Dynamic Infrastructure Brücken und Tunnel vor dem Einsturz bewahren

Eine eingestürzte Brücke. Mit Hilfe ihres auf Bildanalyse basierenden Diagnosesystems will Dynamic Infrastructure solche Katastrophen künftig verhindern.
Eine eingestürzte Brücke. Mit Hilfe ihres auf Bildanalyse basierenden Diagnosesystems will Dynamic Infrastructure solche Katastrophen künftig verhindern.

Dynamic Infrastructure hat das erste Deep-Learning-System entwickelt, das den Zustand von Brücken und Tunneln kontinuierlich analysiert – und ihren weiteren Betrieb erst ermöglicht.

Das Cloud-basierte KI-System liefert live 3D-Bilder der Brücken und Tunnel. Sobald es Veränderungen feststellt, schickt es automatisch Alarmmeldungen – bevor die Veränderungen zu größeren Schäden führen können.   Das System von Dynamic Infrastructure findet bereits in Projekten in den USA, in Deutschland, in der Schweiz, in Griechenland und in Israel Einsatz. Die Kunden – von staatlichen Stellen über Public-Private Partnerships (PPPs) bis zu Privatfirmen – sind für rund 30.000 Anlagen zuständig, die Dynamic Infrastructure inzwischen überwacht.

Das System vergleicht vorhandene Aufnahmen von Brücken, Tunneln und Straßen, die über die Jahre regelmäßig im Zuge von Inspektionen über Smartphones, Drohnen und Laser-Scanning aufgenommen wurden, mit aktuellen Bildern. Die daraus gewonnenen Analysen werden visualisiert und diagnostiziert, um Probleme rund um Wartung und Betrieb sowie Defekte und Anomalien aufzuspüren. Die Diagnosen sind über einen Browser  zugänglich und können mit Kollegen und Vertragspartnern geteilt werden. So lassen sich Wartungsarbeiten beschleunigen.

»Die Welt sieht sich einer Infrastrukturkrise gegenüber«, sagt Saar Dickman, Mitgründer und CEO von Dynamic Infrastructure. »Gerade Brücken und Tunnel stellen weltweit ein großes Problem dar. Die meisten sind alt und ihr Zustand gefährdet Leib und Leben von Menschen. Zudem sind ungeplante Investitionen in Höhe von vielen Millionen Dollar erforderlich. Ohne neue Technologien einzusetzen, lässt sich die marode Infrastruktur nicht mehr warten und reparieren. Ein einziger Dollar in die richtige Technik investiert spart weit mehr als einen Dollar ein, der bisher in herkömmliche Wartungsarbeiten für eine Brücke geflossen wäre.« Allerdings hätte es vor Dynamic Infrastructure kein effektives System gegeben, das schnell und präzise strukturelle Schäden an Brücken hätte feststellen können.

Allein in Amerika gibt es über 616.000 Brücken, von denen über 47.000 in ihrer Struktur angegriffen sind und dringend repariert werden müssten, wie die die American Road & Transportation Builders Association (ARTBA) ermittelt hat. Dennoch überqueren 178 Millionen Amerikaner täglich diese Brücken. Das Durchschnittsalter einer Brücke mit strukturellen Schäden liegt bei 62 Jahren. 235.000, also rund 38 Prozent davon, müssten repariert werden, was 171 Mrd. Dollar verschlänge. Würde mit der gegenwärtigen Geschwindigkeit repariert, so müssten laut ARTBA 80 Jahre ins Land ziehen, um überhaupt zu spürbaren Ergebnissen zu kommen.

Bei Tunneln sieht die Situation ganz ähnlich aus. Wie die Federal Highway Administration (FHWA) und die Federal Transit Administration (FTA) erklären, gibt es in den USA über 350 Highway-Tunnels. 40 Prozent davon sind über 50 Jahre alt, 5 Prozent sogar über 100 Jahre. Dynamic Infrastructure sei laut Dickmann in der Lage, ein System bereit zu stellen, mit dessen Hilfe sich Tunnel in Amerika weiterhin betreiben ließen.  

Saar Dickman und Amichay Cohen haben Dynamic Infrastructure im Jahr 2018 gegründet. Sie teilten mit Industrieexperten in den USA und in Europa eine Vision: Diagnosen über den Zustand großer Infrastrukturen zu liefern, wobei sie sich zunächst auf Brücken und Tunnels konzentrierten. Zuvor hatte Dickman als VP Automotive Cyber Security von Harman gearbeitet, nachdem Harman seine Gründung TowerSec übernommen hatte. Amichay Cohen war CEO von Carmel Tunnels gewesen und ist derzeit COO von D.E Highways Management, die Maut-Straßen und -tunnels betreibt.