Autonomes Fahren und Ethik Auf die Werte kommt es an

Die Idee hinter der Stiftung

Die Integrata-Stiftung
Die Idee hinter der Stiftung besteht darin, für die humane Nutzung der Informationstechnologie einzutreten. Damit ist grundsätzlich jeder Mensch angesprochen, aber nicht in erster Linie als Einzelner, sondern als Bürger in der heutigen Gesellschaft. Auch der Staat spielt als demokratisch legitimierte Bindung des Individuums und als Versorger mit Infrastruktur eine wichtige Rolle. Die Integra-Stiftung wendet sich also in erster Linie an den mündigen Bürger in einer demokratischen Gesellschaft, sie spricht darüber hinaus aber alle Menschen an, die ihr Leben und ihre Zukunft in einer Informationsgesellschaft mitgestalten wollen.

Dabei steht nicht die Technik an sich im Vordergrund, sondern die Methoden und ihre Anwendungen, also in erster Linie Programme. Bringen uns diese vielen Programme als Menschen wirklich Nutzen? Die Bürger fordern zurecht einen gesellschaftlichen Mehrwert dieser Technologie.
Deshalb setzt sich die Integra-Stiftung dafür ein, dass IT nicht nur zur Rationalisierung von Arbeitsprozessen genutzt wird, sondern vor allem zur Verbesserung der Lebensqualität möglichst vieler Menschen. IT soll ein Werkzeug sein, um die Welt im Großen und im Kleinen menschenwürdiger, d.h. humaner zu gestalten. Unter anderem vergibt die Stiftung zu diesem Zweck jährlich den 
"Wolfgang-Heilmann-Preis" und "Stuttgarter Zukunftssymposium" . Hier sollen Projekte oder theoretische Arbeiten ausgezeichnet werden, die in besonderem Maß zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.

Einen Schwerpunkt der Stiftung sieht Vorstand Michael Mörike auch in der ethischen Nutzung der KI: »Hier waren wir ganz vorne mit dabei und waren die Ersten, die sich zum Thema Ethik und KI Gedanken gemacht haben.« Dass das Cyber-Valley in der Region Tübingen jetzt einen Ethik-Beirat bekommen hat, wird von der Integrata-Stiftung ausdrücklich begrüßt. Er soll die ethischen und die gesellschaftlichen Folgen der KI abschätzen. Unter anderem sind die Wissenschaftler Regina Ammicht Quinn, Heinrich Bülthoff (beide Tübingen) und Armin Grunwald (Karlsruhe) sowie Lukas Weber von Fridays for Future dabei.

Am 15./16. November führt die Integra-Stiftung das durch, in dem Thorben Albrecht, Bundesgeschäftsführer der SPD, und Prof. Joachim Fetzer, Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik, ein Streitgespräch zum Thema „Selbstbestimmung versus Mitbestimmung?“ führen werden.

Michael Mörike
Michael Mörike hat in Tübingen Physik studiert, wirkte an zahlreichen IT-Projekten mit und hat an der Uni das Computersystem aufgebaut, bevor er eine eigene Firma gründete. Nach dem Verkauf an die damalige Unternehmensberatung Integrata hat er dort unter anderem an der Entwicklung von BTX gearbeitet. Seit er Mitte des vergangenen Jahrzehnts in Rente ging, war er weiter aktiv als Berater tätig und führt als Vorstand die Integrata-Stiftung. »Technikfolgenabschätzung in der IT war schon seit den 70er Jahren ein Hobby von mir, genau diesem Thema widmet sich die Integrata-Stiftung.«