Enttäuschung trotz guter Zahlen Alphabet-Investoren hatten mehr erwartet

Ein Google-Entwickler, der in einem internen Papier die Meinung vertrat, Frauen seien biologisch weniger für Erfolg in der Tech-Industrie geeignet, ist von dem Internet-Konzern gefeuert worden.
Ein Google-Entwickler, der in einem internen Papier die Meinung vertrat, Frauen seien biologisch weniger für Erfolg in der Tech-Industrie geeignet, ist von dem Internet-Konzern gefeuert worden.

Google hat im dritten Quartal enttäuscht, die Aktien fielen um 7 Prozent. Trotz Steigerung des Gewinns auf 9,2 Mrd. Dollar.

Im dritten Quartal 2017 hatte der Gewinn der Mutter von Google noch bei 6,7 Mrd. Dollar gelegen. Doch die Marge fiel gegenüber dem Jahr zuvor von 28 auf 25 Prozent. Das hat die Investoren offenbar beunruhigt, die dies als Zeichen dafür werten, dass hohe Investitionen in neue Geschäftsgebiete, regulatorische Eingriffe – Google musste in den vergangenen Jahre in Europa  wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht 7,7 Mrd. bezahlen – und stärkerer Wettbewerb sich längerfristig negativ auf die Erlössituation auswirken könnten.

Und das trotz des höher als erwarteter Gewinns: Pro Aktie waren es in diesem Quartal 10,45 Dollar, gegenüber 9,57 Dollar vor einem Jahr. Das wiederum ist unter anderem auf das gute Geschäft mit Internetanzeigen, und die Steuersenkungen in den USA zurückzuführen: Die effektive Steuerquote fiel von 16 auf 9 Prozent.

 Doch der Umsatz hat sich nicht ganz wie erwartet entwickelt: Er kletterte zwar um 21 Prozent auf 33,74 Mrd. Dollar, lag aber laut Reuters um 310 Mio. Dollar unter der Schätzung von Analysten. Zudem verlangsamte sich das Wachstum von Google, die 86 Prozent zum Gesamtumsatz von Alphabet beisteuert: Hatte es im Vorquartal noch bei 24 Prozent gelegen, so rutschte es jetzt auf 20 Prozent.

An sich sind das alles noch gute Zahlen und Finanzchefin Ruth Porat hat sicherlich recht, wenn sie erklärt, dass das Geschäft weltweit stark in Form bleibe. Doch die Investoren reagieren ausgesprochen sensibel auf Indikatoren, die auf ein weiter rückläufiges Geschäft deuten. Geringere Preise für Anzeigen, die Auswirkungen von Antitrust-Regulierungen die Datenschutzregulierungen in Europa und stärkerer Wettbewerb von Firmen wie Amazon könnten zum Rückgang des Wachstums beigetragen haben, so ihre Befürchtungen. Es passt in dieses Szenario, dass auch der Umsatz aus nicht mit Anzeigen verbundenen Geschäften unter den Erwartungen lag.

 Neue Geschäfte – hohe Kosten

Alphabet ist über die vergangenen Jahre in Cloud-Services und in das Geschäft mit Hardware sowie mit selbstfahrenden Autos eingestiegen. Die Tochter Waymo testet bereits Preismodelle. Das alles kostet zunächst Geld: 5.300 neue Mitarbeiter hat Google im dritten Quartal eingestellt, 20 Datacenter werden derzeit gebaut.  Die Investitionen stiegen im dritten Quartal von 3,5 Mrd. auf 5,3 Mrd. Dollar.

 Doch trotz der aktuellen etwas skeptischen Investoren: Die Aktien von Alphabet befinden sich immer noch auf einem sehr hohen Niveau.