Fujitsu Semiconductor Europe Zwei neue MCU-Familien - einmal mit Cortex-M4, einmal mit Cortex-M0+

Wolf Fronauer: »Mit den neuen Familien erhöht sich unser Cortex-M-Produktspektrum auf rund 700 Derivate. Damit haben wir weltweit das größte Portfolio an Cortex-M-Controllern.«
Wolf Fronauer: »Mit den neuen Familien erhöht sich unser Cortex-M-Produktspektrum auf rund 700 Derivate. Damit haben wir weltweit das größte Portfolio an Cortex-M-Controllern.«

Fujitsu Semiconductor Europe kündigt zwei neue Controller-Familien an: FM4 und FM0+. Wie die Namen schon andeuten, basiert die eine Familie auf dem Cortex-M4-Core, die andere auf dem Cortex-M0+-Core. Erste Bausteine beider Familien sollen im Sommer nächsten Jahres verfügbar sein.

»Mit der neuen Cortex-M4-Familie FM4 ergänzen wir unser Cortex-M3-Spektrum im High-End-Bereich. Alle Controller, die mit diesem Prozessorkern ausgestattet sind, werden über eine Floating-Point-Unit verfügen«, erklärt Wolf Fronauer, Manager Embedded Marketing and Application bei Fujitsu Semiconductor Europe. Fujitsu wird Pin-kompatible Derivate zur FM3-Familie anbieten, damit die Entwickler problemlos von Cortex-M3-MCUs auf Cortex-M4-Controller wechseln können. Darüber hinaus werden die Controller mit vielen Peripheriefunktionen ausgestattet sein, die auch schon auf den Cortex-M3-MCUs zu finden sind. Auf den FM4-Derivaten sollen laut Fronauer aber auch neue Funktionsblöcke zu finden sein. Dazu zählt er beispielsweise eine Schnittstelle für SD-Cards, einen Controller, mit dem externes SDRAM angebunden werden kann, aber auch neue Gehäusevarianten. Die FM4-Controller sollen über diverse Schnittstellen wie CAN, USB 2.0 oder Ethernet verfügen. Und nachdem Fujitsu mit diesen Controllern unter anderem Motorsteuerungen adressiert, hat das Unternehmen im Vergleich zur FM3-Familie beispielsweise einen verbesserten A/D-Wandler (höhere Sample-Rate) und schnellere Timer-Strukturen implementiert. Mit welchen Taktfrequenzen die neuen Controller arbeiten, will Fronauer nicht preisgeben, nur so viel verrät er schon vorab: »Sie arbeiten mit einer höheren Taktfrequenz als unsere schnellsten FM3-Controller«, und die sind bislang mit 144 MHz getaktet.

Fronauer betont: »Die neue FM4-Familie stellt eine Ergänzung und keinesfalls einen Ersatz für unsere FM3-Controller dar.« Dies zeigt sich auch daran, dass sich weitere FM3-Entwicklungen in der Pipeline befinden. Laut Fronauer baut das Unternehmen derzeit auch seine FM3-Familie aus und das sowohl im oberen als auch im unteren Leistungsbereich. So werden Anfang nächsten Jahres FM3-Derivate auf den Markt kommen, die mit über 1 MByte Flash ausgestattet sind (bislang beträgt die maximale Flash-Speicherkapazität 1 MByte), aber auch FM3-Controller in Gehäusen mit kleiner Anschlusszahl.

Mit der neuen FM0+-Familie wiederum zielt Fujitsu vorwiegend auf Anwendungen, in denen eine niedrige Leistungsaufnahme von enormer Bedeutung ist. Fronauer: »Die neuen FM0+-Derivate nehmen im aktiven Modus 70 µA/MHz auf. Im Energiesparmodus, in dem nur die Echtzeituhr läuft, sinkt die Stromaufnahme auf 0,7 µA.« Diese Familie stelle aber auch gleichzeitig eine Abrundung des Produktspektrums im unteren Leistungsbereich dar, das heißt die Controller sind preisgünstiger als die Cortex-M3-Derivate und kommen mit kleineren Flash-Speichern auf den Markt.

Ab Sommer nächsten Jahres sollen erste Muster beider Familien verfügbar sein, und auch die Serienfertigung ist für nächstes Jahr geplant. Dann wird Fujitsu auch die Einzelheiten zu den Familien veröffentlichen.