Verwirrung um ZTE-Deal ZTE-Aktien stürzen ab – Huawei weiter im Visier

ZTE will sich mit allen Mitteln gegen den Verkaufsstopp wehren, den die US-Bhörden verhängt haben. Das Untenremen erwäge laut Berichten aus Asien aber auch den Verkauf der Smartphone-Einheit.
Vergangene Woche schien ZTE gerettet. An den Börsen in Honkong und Shanghai glaubt man wohl noch nicht so recht daran.

Um 39 Prozent sind die Aktien von ZTE gestern an der Börse von Hongkong gefallen. An der von Donald Trump angekündigten Rettung bestehen offenbar Zweifel.

Der Handel mit Aktien von ZTE war am 17. April ausgesetzt worden, nachdem die amerikanischen Sanktionen gegen den mit 80.000 Mitarbeitern zweitgrößten Telekommunikationsausrüster Chinas in Kraft getreten waren. Weil ZTE US-Handelssanktionen gegen Nordkorea und Iran unterlaufen habe, durften US-Unternehmen nicht mehr an ZTE liefern, die daraufhin die Produktion einstellen musste.

Vergangene Woche war es zu einer von Trump als Rettung bezeichneten Vereinbarung gekommen: ZTE muss rund 1 Mrd. Dollar Strafe bezahlen und wird das Management austauschen, das US Bureau of Industry and Security (BIS) wird dies überwachen und künftig prüfen, ob  sich das Unternehmen an die Auflagen hält. Dafür werden die Sanktionen aufgehoben.

Diese »Rettung«, deren Auflage von vielen Chinesen als demütigend empfunden werden, war als Zeichen von Entspannungsbemühungen im Vorfeld des Treffens mit Kim Jong-un bewertet worden. Dort ließ Trump aber durchblicken, dass er im Handelsstreit mit China wegen des Handelsbilanzdefizits im Interesse der USA weiterhin hart bleiben müsse – die Wahrscheinlichkeit, dass Strafzölle kommen, ist also groß. Und noch etwas droht: ZTE ist nicht das einzige chinesische Unternehmen, dass im Visier der Amerikaner gelandet ist: Auch die Nummer 1 unter den Telekommunikationsausrüstern,  Huawei, könnten  Sanktionen nach dem Muster von ZTE treffen.