SEMI und SIA fürchten Milliarden-Schäden Zölle schaden US-Chipindustrie direkt

Keine Auswirkungen hätten die Zölle auf die Halbleiterindustrie in China, sie würden China nicht dazu veranlassen, die eigenen unfairen Handelspraktiken zu ändern – dafür aber der US-Chipindustrie heftig schaden: die SEMI und die SIA können den neuen Zöllen nichts Gutes abgewinnen.
Keine Auswirkungen hätten die Zölle auf die Halbleiterindustrie in China, sie würden China nicht dazu veranlassen, die eigenen unfairen Handelspraktiken zu ändern – dafür aber der US-Chipindustrie heftig schaden: Die SEMI und die SIA können den neuen Zöllen nichts Gutes abgewinnen.

Die US-Regierung erhebt neue Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importprodukte aus China, die US-Chipindustrie wird leiden.

»Die neuen Zöllen treffen die US-Halbleiterindustrie wesentlich«, sagt Jay Chittooran von der SEMI. Auch die SIA (Semiconductor Industry Association) warnt vor den Zöllen. Die meisten Halbleiterprodukte, die von den Einfuhrzöllen in die USA betroffen wären, würden zum größten Teil in den USA gefertigt und nur für Assembly und Test nach China geschickt. Das würde vom Gesamtwert eines Produkts rund 10 Prozent ausmachen. Zölle auf diese zum größten Teil in den USA gefertigten Produkte zu erheben, sei vollkommen sinnlos.

Die bisherige Lobby-Arbeit der SEMI und der SIA hat allerdings wenig bewirkt. Die neuen Zölle erstrecken sich jetzt auf Maschinen für die Fertigung von Halbleitern, mit deren Hilfe Wafer, Chips und Bildschirme gefertigt werden. Das werde die in den USA beheimateten Mitgliedern der SEMI  (Semiconductor Equipment and Materials International) pro Jahr 500 Mio. Dollar zusätzlich kosten.

Die SEMI und Equipment-Firmen wie Applied Materials, KLA Tencor und Lam Research hatten über die vergangenen Wochen darauf hingewirkt, diese Produkte von den Zöllen auszuschließen. Denn die Zölle in Höhe von 34 Mrd. Dollar, die schon zuvor auf Produkte aus China erhoben wurden, kostet die Halbleiterindustrie bereits viel Geld.

Im Gegenzug hatte China ebenfalls einen Zoll in Höhe auf 25 Prozent für Produkte angekündigt, die aus den USA eingeführt werden. Dabei handelt es sich unter anderem um Chemikalien und Test-Equipment, die für die US-Chipindustrie lebenswichtig sind.

Die SEMI befürchtet schwere Auswirkungen, weil China bereits erwägt, weitere Zölle auf US-Einfuhren in Höhe von 60 Mrd. Dollar zu erheben, die USA ziehen sogar neue Zölle auf Einfuhren im Wert von 200 Mrd. Dollar aus China in Betracht. Die SEMI wird die neue US-Liste genau durchgehen, um zu prüfen, inwieweit die Halbleiterbranche dadurch noch einmal zusätzlich getroffen würde. Firmen, die sich betroffen fühlen, sollen sich direkt an die SEMI wenden.

Zölle: Schädlch und nutzlos

Die SEMI ist weiterhin überzeugt, dass keiner der Zölle irgendetwas dazu beitragen würde, China dazu zu bringen, die unfairen Handelspraktiken zu ändern. Sie würden sich vielmehr negativ auf die heimische Industrie auswirken, die Lieferkette beschädigen, die Kosten und die Unsicherheit erhöhen sowie Innovationen bremsen.

Die SIA erklärt, dass 250.000 Arbeitsplätze in den USA direkt an der Halbleiterindustrie hängen, über 1 Million indirekt. Halbleiter stehen an vierter Stelle unter den wichtigsten Exportgütern der USA, über 50 Prozent davon würden im Land gefertigt.

China habe ein 150-Mrd.-Dollar-Programm aufgelegt, und verfolge tatsächlich unfaire Handelspraktiken. Dazu gehörten IP-Diebstahl, staatlich gesteuerte Übernahmen und protektionistische Maßnahmen. Dagegen vorzugehen, würde die SIA unterstützen. »Wir können aber nicht erkennen, wie Zölle für US-Chipfirmen die Vorgehensweise Chinas ändern könnten. Sie werden auch keine Auswirkungen auf die Chipindustrie in China nehmen.«

Keine Auswirkungen hätten die Zölle auf die Halbleiterindustrie in China, sie würden China nicht dazu veranlassen, die eigenen unfairen Handelspraktiken zu ändern – dafür aber der US-Chipindustrie heftig schaden: die SEMI und die SIA können den neuen Zöllen nichts Gutes abgewinnen.