Foxconn und Apple als lachende Dritte Wird Toshiba Memory doch chinesisch?

Die unendliche Geschichte um den Verkauf von Toshiba Memory geht weiter: Kommen nun Apple, Foxconn, Kingston Technology, Sharp und Softbank zum Zug?

Foxconn könnte 25 Prozent an Toshiba Memory übernehmen, Sharp noch einmal 15 Prozent. Auch Apple und Kingston Technology wären mit jeweils 20 Prozent dabei.

Interessant ist an dieser Variante, dass Sharp künftig einen Anteil von 15 Prozent an Toshiba Memory halten würde, die Foxconn im vergangenen Jahr übernommen hatte. Damit läge der Anteil des Unternehmens aus Taiwan also bei 30 Prozent. Das wäre mehr, als der japanischen Regierung in Gestalt des Industrieministeriums Meti und Teilen von Toshiba recht sein könnten, die bisher einen Verkauf an Foxconn abgelehnt hatten. Denn der erfolgreiche japanische Hersteller von NAND-Flash-Speicher-ICs sollte nicht in ausländische und schon gar nicht in chinesische Hände fallen – so wie es eben mit Sharp passiert war.

Deshalb betrachtete Toshiba bisher immer das Konsortium um Bain Capital, SK Hynix, der Innovation Network Corp. of Japan (INCJ) und der Development Bank of Japan (DBJ) als den bevorzugten Bieter. Auch hieran wäre Apple nach neusten Gerüchten beteiligt gewesen. Offenbar tanzt Apple aber auf verschiedenen Hochzeiten, wie jetzt AppleInsider erfahren haben will. Nach diesen Informationen wäre am Konsortium um Foxconn nun auch Softbank beteiligt, die 10 Prozent an Toshiba Memory erwerben wolle. 10 Prozent sei auch der Anteil, den Toshiba an der Speichertochter weiterhin halten werde.  

Damit wäre das Konsortium um Western Digital und KKR aus dem Rennen. Dazu passt, dass Steve Milligan, der CEO von Western Digital, einen Entschuldigungsbrief an Toshiba geschrieben hatte, der sich in diese Richtung interpretieren ließe. Würde sich also Western Digital zurückziehen und auch keinen juristischen Ärger mehr bereiten, könnte dies die Türen für das Konsortium um Bain Capital öffnen. Allerdings ist die Rolle von SK Hynix darin umstritten. Das Geld der Firma wäre schon erwünscht, allerdings sollten Ausländer keine Stimmrechte bekommen. Ob das im Interesse von SK Hynix läge, wäre fraglich. Der koreanische NAND-Flash-Speicher-Wettbeweber SK Hynix aber als stimmberechtigter Teil dieses Konsortiums?  Dann wäre es kaum stärker zu bevorzugen als das um Foxconn. Und dieses würde – Ausländer hin oder her – doch noch mehr Geld bezahlen – was Toshiba dringend bräuchte.