Power Integrations »Wir schützen unsere IP mit aller Konsequenz!«

Balu Balakrishnan, Power Integrations: »Wir nutzen jede Technologie, die uns hilft, den Nutzen unserer Produkte für den Anwender zu verbessern. Bisher wurde nie gefragt, wie wir diese Performance eigentlich erreichen. Bei GaN war das jetzt zum ersten Mal anders.«

Seit bekannt wurde, dass Power Integrations (PI) in der jüngsten Generation seiner InnoSwitch-Schalter GaN-FETs einsetzt, sieht sich Balu Balakrishnan, CEO und President von PI, mit Fragen nach den verwendeten Technologien in den PI-Produkten konfrontiert.

Markt&Technik: Herr Balakrishnan, Power Integrations musste 2018 einen Umsatzrückgang von 431 auf 416 Millionen Dollar hinnehmen. Wie kam es dazu in einem Jahr, das in vielen Bereichen von Allokation geprägt war?

Balu Balakrishnan: Ich weiß nicht, warum wir den Abschwung immer früher zu spüren bekommen als andere. Aber die Konjunktur in China war 2018 rückläufig, was sich ja auch in den sinkenden Smartphone-Verkäufen widerspiegelte. Umsatztechnisch hat China als Abnahmemarkt für uns mit fast 50 Prozent eine enorme Bedeutung. Dazu kam, dass die Lager der Hausgerätehersteller gefüllt waren. Und dann waren da noch die Schutzzölle, die auf eine Reihe von Produkten, die aus China in die USA exportiert werden, erhoben wurden. Das alles zusammen hat uns den Umsatzrückgang von 2018 beschert. Seit Jahresbeginn 2019 beobachten wir nun wieder eine Steigerung unserer Umsätze. Wir werden das Jahr wohl knapp über dem Umsatzvolumen des Vorjahres abschließen. Für 2020 sind wir sehr optimistisch. Wir erwarten einiges im Bereich Ladegeräte und rechnen mit deutlichem Wachstum.

Wie sehr war das Geschäft von PI 2018/19 von den Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China betroffen?

Wir waren von den gegenseitig erhobenen Schutzzöllen nicht direkt betroffen, wir konnten unsere Kunden beliefern. Aber die durch die Schutzzölle erhöhten Preise für Endgeräte haben zu einem Rückgang der Verkäufe geführt. Die Tatsache, dass 2018 in China weniger Wohnungen entstanden als erwartet, schlägt direkt auf den Verkauf von Haushaltsgeräten durch. Wenn wir davon sprechen, dass rund 50 Prozent unseres Umsatzes mit China verbunden ist, dann bedeutet das, dass die Produkte dort hergestellt werden. Wir gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der mit unseren Halbleitern produzierten Produkte in China nach Europa und in die USA exportiert wird.

Kommen wir zu erfreulicheren Dingen. Nach 15 Jahren haben Sie im Rechtsstreit mit Fairchild/System General Recht bekommen und On Semiconductor musste im Oktober 175 Millionen Dollar Entschädigung an PI zahlen. Welche Konsequenzen hat das Urteil?

Es war wirklich frustrierend, dass sich das so lange hingezogen hat. Wir hatten auf eine Einigung gehofft. Wir haben uns ja in der Vergangenheit auch mit anderen Unternehmen geeinigt, die unsere Patente verletzt haben. Für uns war das eine neue Situation. Wir mussten klagen, denn sonst hätte letztlich jeder unsere Patente verletzt. Als Fairchild/System General dann vor ein paar Jahren von On Semiconductor übernommen wurde, dachten wir, damit kommen wir einer Regelung näher. Aber das Gegenteil war der Fall, das Ganze eskalierte. Wir freuen uns, dass das nun beendet ist.

Ein Blick auf Ihre Umsatzzahlen zeigt, dass PI im laufenden Geschäftsjahr den Umsatz wieder auf rund 420 Millionen Dollar steigern könnte. Wie optimistisch sind Sie für 2020?

Unser Optimismus gründet sich auf eine Vielzahl neuer Produktvorstellungen von unserer Seite und dem damit zum Teil auch verbundenen Einstieg in neue Marktsegmente, wie etwa Motorsteuerungen mit BridgeSwitch. Aufgrund unserer Design-Wins, deren Produktionsanlauf nun erfolgt, erwarten wir ein sehr gutes Wachstum für uns in 2020. Alle Investitionen der letzten fünf, sechs Jahre zahlen sich nun für uns aus und stärken unsere Umsatzentwicklung. Dazu kommt, dass die Lager bei den Geräteherstellern inzwischen wieder abgebaut sind. Das wird ebenfalls einen deutlichen Einfluss auf unsere Umsatzentwicklung 2020 haben.