Ende der Merger-Mania Wert der Halbleiter-Übernahmen deutlich gesunken

2015 und 2016 hatte der Wert der Übernahmen in der Halbleiterindustrie weit über dem Durchschnitt gelegen. 2017 erreicht er immer noch einen hohen Wert – der aber täuscht.
2015 und 2016 hatte der Wert der Übernahmen in der Halbleiterindustrie weit über dem Durchschnitt gelegen. 2017 erreicht er immer noch einen hohen Wert – der aber täuscht.

27,7 Mrd. Dollar sind im vergangenen Jahr in Übernahmen von Halbleiterfirmen geflossen – viel weniger als 2015 und 2016.

Doch gemessen am Durchschnitt der Summe, die zwischen 2010 und 2015 in Übernahmen von Halbeiterfirmen investiert wurden – laut dem McClean Report von IC Insights 12,6 Mrd. Dollar – sind die 27,7 Mrd. Dollar im Jahr 2017 immer noch viel. Dagegen erreichte der Wert 2015 rund 107 Mrd. Dollar und 2016 lag er bei knapp 100 Mrd. Dollar.

Dass 2017 zwei große Übernahmen schon 87 Prozent der Gesamtsumme ausmachen, relativiert das Ganze noch einmal. Denn ohne diese beiden läge die Übernahmesumme 2017 sogar noch unter den Durchschnittswerten zwischen 2010 und 2015.

Das Übernahmefieber war 2015 ausgebrochen, weil sich laut IC Insights eine wachsende Zahl von Halbleiterfirmen dazu entschlossen hatte, andere Firmen oder Teile anderer Firmen zu übernehmen, um trotz geringer Wachstumsraten in zahlreichen Endmärkten wie Smartphones, PCs und Tablets schneller an Umsatz zulegen zu können als der Durchschnitt. Außerdem wollten sie in neue Märkte rund um IoT, KI und Automotive vordringen.

2017 bestand einer der großen Unterschiede zu den Vorjahren darin, dass viel weniger große Merger stattfanden. Nur zwei Überahmen lagen oberhalb der 1-Mrd.-Dollar-Schwelle: Der Verkauf von Toshiba Memory für 18 Mrd. Dollar und der Kauf von Cavium, für den Marvell 6 Mrd. Dollar ausgeben wollte.

Dagegen übertrafen 2015 zehn Übernahmen den Wert von 1 Mrd. Dollar, 2016 waren es noch sieben. Die beiden großen Merger im vergangenen Jahr hatten den Durchschnittswert auf 1,3 Mrd. Dollar getrieben. Die beiden Sonderfälle herausgerechnet, landet der Durchschnittswert allerdings bei nur 185 Mio. Dollar. Dagegen hatten die 22 Deals 2015 noch zu einem Durchschnitt von 4,9 Mrd. Dollar geführt, die 29 Übernehmen 2016 kamen auf 3,4 Mrd. Dollar