Internationale Studie Weltweite Sterblichkeitsrate liegt derzeit bei 4,7 Prozent

Wissenschaftler Österreich, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emiraten haben weltweit verfügbare Daten unter anderem bezüglich Sterberate, Altersabhängigkeit der Sterblichkeit, Übertragbarkeit und einer möglichen Gegenwehr etc. ausgewertet.

Laut der Studie, an der Wissenschaftler aus Österreich, Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten beteiligt waren, liegt die weltweite Sterblichkeitsrate von durch Labortests bestätigten COVID-19-Fällen (Anm.: der Studie liegen 480.000 bestätigte COVID-19-Fälle zugrunde) bei rund 4,7 Prozent.

Wobei es große regionale Unterschiede gibt und zwar von etwa 0,3 bis 0,4 Prozent in Chile und Israel bis zu rund 10,8 Prozent in Italien. Die großen Abweichungen sind laut Norbert Nowotny vom Institut für Virologie an der Vetmeduni Vienna, höchstwahrscheinlich auf drei Faktoren zurückzuführen:

  • den Umfang der Untersuchungen, also die Zahl der durchgeführten Tests,
  • die Altersstruktur und den Gesundheitszustand der Bevölkerung,
  • die unterschiedliche Leistungskraft der Gesundheitssysteme in den einzelnen Ländern.

Bezüglich der unterschiedlichen Fallschwere erklärt Nowotny: »Bei rund 20 Prozent der bestätigten COVID-19-Patienten ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wobei die mittlere Aufenthaltsdauer bei 12 Tagen liegt. 25 Prozent der hospitalisierten Patienten – entsprechend rund 5 Prozent aller diagnostizierten Fälle – benötigen eine intensivmedizinische Betreuung.«

Letalität ab 55 Jahren stark steigend

Die Schwere und der Ausgang der Krankheit korreliert in hohem Maße mit dem Erkrankungsalter, deutlich mehr schwere Formen von COVID-19 wurden bei Erwachsenen über 55 Jahren beobachtet. Zusätzlich wurde eine altersabhängige Todesrate mit dem niedrigsten Risiko bei Personen unter 19 Jahren (0 bis 0,1 Prozent) und 20 bis 54 Jahren (0,1 bis 0,8 Prozent) nachgewiesen. Das Letalitätsrisiko steigt danach schrittweise an, mit einem Wert von 1,4 bis 4,9 Prozent in der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen, 4,3 bis 10,5 Prozent bei den 75- bis 84-Jährigen, und der höchsten Sterblichkeitsrate von 10,4 bis 27,3 Prozent bei den über 85-Jährigen.

Personen mit zugrunde liegenden Gesundheitsproblemen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Leber- und Nierenerkrankungen, bösartigen Tumoren oder einem geschwächten Immunsystem entwickeln schwerere Formen der Krankheit und haben eine erhöhte Todesrate.

Hohe Übertragbarkeit und fragliche Saisonalität von SARS-CoV-2

Die aktuelle Modellierung der SARS-CoV-2-Ausbreitung schätzt eine Grundreproduktionszahl (R0) von 2,2, das bedeutet, dass eine infizierte Person 2,2 andere Personen mit dem neuartigen Coronavirus ansteckt. Dieser gemeldete R0-Wert ist höher als bei der saisonalen Influenza. »Diese Daten unterstreichen das hohe Potenzial von SARS-CoV-2 für eine Übertragung von Mensch zu Mensch, sofern keine strengen Maßnahmen zur Eindämmung umgesetzt und aufrechterhalten werden«, erklärt Nowotny.

Hinsichtlich der Saisonalität von SARS-CoV-2 gibt es derzeit keine ausreichenden Daten für eine verlässliche Einschätzung. Zwei Hauptfaktoren, die die Saisonalität beeinflussen können, sind Änderungen der Umweltparameter und des menschlichen Verhaltens. Insbesondere scheinen Außen- (z.B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonnenlicht/Vitamin D-Status) und Innenumweltfaktoren (z.B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftwechselrate) sowohl die Virusübertragungsparameter (z.B. Lebensfähigkeit des Virus, Aerosolisierung in der Luft, direkter Kontakt) als auch die Wirtsabwehr (z.B. Immunabwehr der Atemwege und Effizienz der Selbstreinigung durch Nase und Bronchien) wesentlich zu sein.