170 Mio. Dollar Umsatzverlust WannaCry legte TSMC-Fertigung lahm

Dr. C.C. Wei wurde ebenfalls zum Co-CEO berufen.
C.C. Wei,CEO von TSMC »Die Sicherheitsüberprüfungen wurden nicht so streng durchgeführt, wie es erforderlich gewesen wäre, bevor die Maschine mit unserem Fertigungsnetz verbunden wurde.«

WannaCry hat die Produktion von TSMC lahmgelegt. Es handelte sich nicht um eine gezielte Cyber-Attacke, alle Fertigungslinien arbeiten wieder.

Den durch das Schadprogramm WannaCry verursachten Umsatzverlust bezifferte TSMC jetzt auf 2 Prozent des prognostizierten Wertes für das dritte Quartal, was rund 170 Mio. Dollar bedeutet. Damit gibt TSMC die Auswirkungen als etwas weniger stark an als die 3 Prozent bzw. 250 Mio. Dollar, mit denen die Firma zunächst rechnete. »Die höchste Priorität hat jetzt die klare Kommunikation mit unseren Kunden«, erklärte Wie, CEO von TSMC.

Es handelte sich laut C.C. Wei nicht um einen gezielten Cyber-Angriff. Offenbar wurden Sicherheitsbestimmungen bei der Installation einer neuen Maschine nicht beachtet. Es habe sich also nicht um Sabotage über USB gehandelt.

WannaCry hätte auch keine internen Daten verschlüsselt, es seien keine finanziellen Forderungen eingegangen.

WananCry hatte sich als die bösartigste Ransomware im vergangenen Jahr erwiesen. Rund um die Welt seien mehr als 300.000 Computer befallen worden, den Schaden beziffert Trend Micro für 2017 auf 5 Mrd. Dollar.

Die WannaCry-Variante, die TSMC infiziert hat, hatte sich offenbar schon auf einer Maschine befunden, bevor der Hersteller sie an TSMC ausgeliefert hat. Als die Verantwortlichen bei TSMC die neue Maschine in die Produktionsumgebung integrierten, blieb WannaCry unerkannt, so dass sich der Wurm ausbreiten konnte. TSMC sprach von »misoperating during the software installation process«. »Die Sicherheitsüberprüfungen wurden nicht so streng durchgeführt, wie es erforderlich gewesen wäre, bevor die Maschine mit unserem Fertigungsnetz verbunden wurde«, sagte C.C. Wei. Offenbar wurde die Maschine nicht isoliert gescannt, bevor sie angeschlossen wurde. Daraufhin seien Zehntausende von Maschinen an allen Standorten von TSMC in Taiwan befallen worden.

Mehrere Fertigungslinien mussten deshalb gestoppt werden, auf denen TSMC unter anderem Chips für Broadcom, HiSilicon, Qualcomm, MediaTek, Nvidia und Xilinx fertigt. Die größten Auswirkungen hatte die Infektion in der am höchsten automatisierten Fab von TSMC, in der die ICs mit Hilfe der fortschrittlichsten Prozesstechniken hergestellt werden. Hier dauert es nach Angaben von TSMC auch am längsten, die Produktion wieder zu normalisieren. Besonders betroffen dürfe also die Fertigung des neusten A12-Proezssors von Apple sein, der im 7-nm-Prozess gefertigt wird, auch wenn sich TSMC über Details ausschwieg.