MEMS-Oszillatoren Vectron und Knowles kooperieren mit SiTime

Quarzurgestein Vectron, das bislang keine MEMS-Produkte hat, und Knowles Electronics, MEMS-Spezialist für Mikrofone, kooperieren künftig mit SiTime, dem dominierenden Hersteller von MEMS-Taktgeberbausteinen. Dessen Marktanteil bei MEMS-Oszis beläuft sich auf 80 Prozent, Mitbewerber Discera kommt auf lediglich 20 Prozent.

Im Zuge der strategischen Partnerschaft investieren Vectron und Knowles einen nicht näher genannten Betrag in SiTime. Außerdem wird SiTime Vectron mit seinen MEMS-basierenden Taktgeberbausteinen beliefern. Für den Verkauf an die eigenen Kunden versieht Vectron diese Komponenten mit seinem eigenen Brand.

Über Details der Zusammenarbeit »kann derzeit nur spekuliert werden«, sagt Tony Massimini, CTO bei Semico Research. Seiner Ansicht nach werde »der Bekanntheitsgrad und die Reputation der beiden Kooperationspartner Vectron und Knowles für mehr Vertrauen« in die MEMS-Oszillator-Technologie sorgen. Auf jeden Fall werde es »interessant werden, zu beobachten, wie sich die Partnerschaft entwickelt«.

2011 belief sich der Markt für sämtliche Taktgeberbausteine Semico zufolge auf 6,3 Mrd. Dollar. Der Anteil von MEMS-Oszillatoren lag dabei unter 1 Prozent. Auch wenn sich bis dato der große Erfolg von MEMS-Oszis nicht eingestellt hat, »sieht wohl auch Vectron großes Wachstumspotenzial« bei diesen Taktgeberbausteinen. Für die Jahre von 2012 bis 2016 prognostiziert Semico ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 85 Prozent beim Umsatz und 87 Prozent bei den Stückzahlen.

Als Gründe für die enorm wachsende Nachfrage – ausgehend von einem allerdings niedrigem Umsatzniveau - führt der Semico-Analyst meherere Aspekte an: Von Vorteil gegenüber Quarzoszillatoren sei die Skalierbarkeit, woraus geringe Kosten resultierten, zudem sind die Bausteine kleiner. Wegen der Programmierbarkeit vereinfacht sich die Lagerhaltung, überdies kann man schneller auf Kundenwünsche reagieren. »Für Vectron hat sich somit die Frage gestellt, vier Jahre oder länger selbst zu entwickeln oder sich für einen schnellen Markteinstieg das Know-how via Partnerschaft oder Akquisition zu besorgen«, argumentiert Massimini.