Industrie und Verbraucher leiden US-IC-Hersteller wehren sich gegen Zölle

Im Handelskonflikt mit China haben die USA eine weitere Liste mit möglichen Strafzöllen auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar vorgelegt.
Laut der SIA würden Zölle die Chip-Hersteller gegenüber den Wettbewerbern aus anderen Ländern benachteiligen und die führenden Stellung der US-Halbleiterindustrie untergraben.

Die US-Chip-Hersteller wehren sich gegen Einfuhrzölle von Chips aus China - »Zölle sind das Größte«, twittert dagegen Donald Trump.

Wir dürfen gespannt sein, was Donald Trump auf seinem heutigen Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker und EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagen wird. Dass er seine Zoll-Politik ändern wird, ist unwahrscheinlich, sowohl gegenüber der EU als auch gegenüber China. Genau darin sieht der DHIK eine große Gefahr, nämlich dass »die Grundvoraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes verloren gehen«, wie die FAZ aus einem Brief der DIHK zitiert.

Ganz ähnlich sieht dies aus Sicht der USA die Semiconductor Industry Association (SIA) und verlangt, dass die US-Regierung Halbeiter von US-Unternehmen von der Liste der Produkte streicht, auf die bei der Einfuhr aus China ein Zoll von 25 Prozent erhoben wird. Denn das würde die Chip-Hersteller gegenüber den Wettbewerbern aus anderen Ländern benachteiligen und die führenden Stellung der Halbleiterindustrie der USA untergraben.

Außerdem würden die Zölle sich auf die US-Exporte negativ auswirken, Arbeitsplätze kosten und den Preis von Consumer-Produkten für die amerikanischen Verbraucher erhöhen. Die SIA weist zudem darauf hin, dass der Größte Teil der Chips, die US-Hersteller nach China ausführen, in den USA entworfen und gefertigt seien, und die Hersteller sie nur für Test und Assembly nach China ausführten. Ein schneller Blick auf die Handelsstatistik vermittele also ein falsches Bild.

Außerdem würde dies schlussendlich amerikanische Firmen dazu zwingen die Zölle auf ihre eigenen Produkte zu bezahlen – während dies gar nichts dazu beitrüge, dass China die unfaire Handelspolitik gegenüber amerikanischen Unternehmen ändern würde.  

Druck auf China auszuüben, die Industriepolitik gegenüber ausländischen Unternehmen zu ändern, etwa was den Umgang mit IP betrifft, steht die SIA positiv gegenüber. Allerdings sie die Industrie – wie auch die meisten Wirtschaftsexperten und Analysten – überzeugt, dass die Zölle nicht der richtige  weg sein. Sie würden der Weltwirtschaft nur schaden und die amerikanischen Unternehmen wie die amerikanischen Verbraucher bestrafen. Stattdessen sollte die Regierung lieber IP-Diebstahl direkt bekämpfen, und die Welthandelsorganisation dazu nutzen, zusammen mit Partnerländern die problematischen Aspekte der chinesischen Industriepolitik anzugehen.

Damit dürften sie bei Donald Trump auf Granit beißen. Zölle seien großartig, seine eigene Politik einfach und wirkungsvoll, alles werde gut.

Hier der Tweet von Donald Trump: »Tariffs are the greatest! Either a country which has treated the United States unfairly on Trade negotiates a fair deal, or it gets hit with Tariffs. It’s as simple as that - and everybody’s talking! Remember, we are the “piggy bank” that’s being robbed. All will be Great!«

Hoffen auf Freihandelsabkommen mit der EU

Währenddessen hat sich DIW-Chef Marcel Fratzscher für ein transatlantisches Freihandelsabkommen ausgesprochen. »Ich habe die Hoffnung, dass US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker sich auf eine große Freihandelszone einigen werden«, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. »Hiervon würden alle profitieren, die USA genauso wie die EU.« Deutschland wäre mit der größte Gewinner, denn das deutsche Wirtschaftsmodell hänge wie kein anderes von Freihandel und von offenen Grenzen ab.