Broadcoms Charme-Offensive gescheitert Trump verbietet Qualcomm-Übernahme

Hier hört US-Präsident Donald Trump Hock Tan, dem CEO von Broadcom, spricht auf einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington noch wohlgelaunt zu. Jetzt hat er die geplante 146- Milliarden-Dollar Übernahme von Qualcomm gestoppt, weil er dadurch die nationalen Sicherheit der USA gefährdet sieht.
Hier hört US-Präsident Donald Trump Hock Tan, dem CEO von Broadcom, spricht auf einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington noch wohlgelaunt zu. Jetzt hat er die geplante 146- Milliarden-Dollar Übernahme von Qualcomm gestoppt, weil er dadurch die nationalen Sicherheit der USA gefährdet sieht.

Aus Gründen der nationalen Sicherheit verbietet Präsident Donald Trump Broadcom den größten Übernahmeversuch in der Geschichte der Halbleiterindustrie.

In der Einführung von 5G, dem nächsten Mobilfunkstandard, sieht Präsident Trump die USA in führender Position. Diese Rolle drohe das Land zu verlieren, wenn die feindliche Übernahme von Qualcomm durch Broadcom gelingen sollte. Deshalb hat er gegen die Übernahme ein Veto eingelegt.  

Zuvor hatte schon das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) untersucht, ob Broadcom nach der Übernahme die Investitionen Qualcomms in die Entwicklung der neuen Technik begrenzen könnte.  Im Zuge dieser Untersuchung wurde sogar die Hauptversammlung von Qualcomm vom 6. März auf nun voraussichtlich den 23. März verschoben.

Das CFIUS befürchtet offenbar, dass hinter Broadcom Dritte stecken könnten, die ein Interesse daran hätten, Qualcomm zu schwächen. Einer der großen Rivalen ist die Chinesische Huawei, die kürzlich auf dem World Mobile Congress wieder einmal mit dem größten Stand auf der Show aufgefallen war. »Ein bestimmender Einfluss chinesischer Unternehmen auf die Entwicklung von 5G würde für die USA negative Folgen bezüglich der Sicherheit haben. Derzeit führt die USA die Standardisierung an, China würde jede Leerstelle nutzen, die eine feindliche Übernahem von Qualcomm hinterließe«, so das CFIUS.

Wie nicht zuletzt die Präsenz von Huawei in Barcelonas zeigte, hat das Unternehmen bereits gute Beziehungen zu europäischen Operators geknüpft. Europa ist ein wichtiger 5G-Markt und die Heimat von Wettbewerbern wie Nokia und Ericsson. In China dominiert Huawei den 5G-Markt ohnehin.

Laut LexInnova hält Qualcomm derzeit rund 15 Prozent der für 5G wichtigen Patente weltweit, 11 Prozent entfielen auf Nokia und 10 Prozent auf chinesische Unternehmen, wie Reuters zitiert. Qualcomm möchte mit der Lieferung der ersten Chipsets für 5G-Smartphones noch Ende des Jahres oder spätestens 2019 beginnen.