Toshiba Memory fertigt wie geplant TrendForce: NAND-Markt entspannt sich

In Yokkaichi fertigt Toshiba den Großteil seiner Speicherbausteine wie etwa 3D-NAND-Flash.
Laut TrendForce hat die Übernahmeschlacht auf die Produktion von Toshiba Memory - hier die Fab in Yokkaichi - keine Auswirkungen. Während Samsung 3D-NAND-Flash-Speicher in Stückzahlen produziert, ziehen jetzt die anderen Hersteller nach, was die Situationa auf dem Markt entspannen dürfte.

Die Querelen um den Verkauf von Toshiba Memory haben sich nicht auf die Produktion ausgewirkt. Insgesamt entspannt sich die Situation auf dem NAND-Flash-Markt.

Toshiba Memory können die NAND-Flash-Speicher-ICs zu den geplanten Zeiten und den geplanten Mengen ausliefern, haben die Analysten von DRAMeXchange, einer Tochter von TrendForce, ermittelt. Zwar sei der Ausstoß durch »gewisse Probleme in den Fertigungslinien« etwas geringer ausgefallen als erwartet, was aber keine Folge der monatelangen Übernahmeschlacht  um Toshiba Memory gewesen sei. Vielmehr sind Gerüchte aufgetaucht, dass Toshiba Memory wegen eines Ransomeware-Angriffs oder aber eines Viruses die Produktion in der Fab in Yokkaichi um 100.000 Wafer pro Monat gesenkt habe. Die Analysten von DRAMeXchange halten die Gerüchte allerdings nach eigenen Recherchen für nicht haltbar. Auf die Situation am NAND-Flash-Markt sei kein Effekt festzustellen.

Derzeit hält laut TrendForce Samsung am NAND-Flash-Markt einen Anteil von etwas über 35 Prozent, gefolgt von Toshiba mit rund 18 Prozent. Gleichauf liegt SanDisk/Western Digital. Mit rund 13 Prozent belegt Micron Platz 4 liegt. SK Hynix erreicht 10 Prozent und Intel rund 6 Prozent.

Alan Chen, Senior Research Manager von DRAMeXchange, geht davon aus, dass sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage für NAND-Flash-ICs im vierten Quartal weiter schließen werde. Dafür seien verschiedene Faktoren ausschlaggebend: »Alle Hersteller außer Samsung, die das bereits getan haben, bringen ihre 3D-NAND-Prozesse jetzt in die Stückzahlfertigung.« Zudem werde das iPhone X nicht in den ursprünglich geplanten Stückzahlen gerfertigt, es gebe Verzögerungen, so dass Apple erst im ersten Quartal 2018 mehr NAND-Speicher benötige. Insgesamt gesehen läge der Bedarf an NAND-Flash-ICs im vierten Quartal niedriger als ursprünglich vorhergesehen. Prallel dazu steigt die Produktionskapazität weiter.

Im ersten Quartal könnte die Nachfrage dagegen wieder anziehen, weil sich das neuste iPhone sehr gut verkauft. Die übrigen Geräte seien aber den üblichen saisonalen Schwankungen unterworfen. Die Verbraucher kaufen im esten Quartal eben weniger und dementsprechend dürfte auch die Nachfrage nach 3D-NAND-Speichern insgesamt nicht übermäßig hoch liegen.

Weil die Hersteller ihre 3D-Fertigungsprozesse hochfahren und die Ausbeute weiter verbessern, rechnet Chen damit, dass sich Angebot und Nachfrage im ersten Halbjahr ausgleichen werden. Erst die verstärkt einsetzende Nachfrage im zweiten Halbjahr 2018 könnte dann wieder dazu führen, dass die Nachfrage überwiegen werde.