Wegen der Flutkatastrophe in Thailand Solid State Drives rücken jetzt in den Fokus!

Robert Herth, MSC: »Die Schreib-/Lösch-Zyklen liegen bei SLC-Flash-Speichern bei ca. 100.000 pro Flash-Zelle. Bei MLC sind es nur ca. 5.000 bis 10.000 pro Flashzelle. Und bei heutigen MLC-Flashes, die mit 25-nm-Strukturen herstellt werden, gehen die Schreib-/Löschzyklen sogar auf 3000 pro Zelle zurück! Umso wichtiger werden Controller und Firmware.«
Robert Herth, MSC: »Wegen der Flut in Thailand und den damit einhergehenden Engpässen bei Hard Disk Drives verzeichnen wir verstärkt Kundenanfragen für Solid State Drives.«

Die Fertigung mechanischer Festplatten ist wegen der Flut in Thailand weiterhin schwer beeinträchtigt. Ein großer Teil der Produktion befindet sich im Überschwemmungsgebiet. Die Folgen sind eine Verknappung und sprunghaft steigende Preise für mechanische Laufwerke, aber auch eine erhöhte Nachfrage nach Solid State Drives.

Dass die Nachfrage und das Interesse an Solid State Drives, also Speichersystemen aufgebaut mit Flash-Chips und einem Controller, in den vergangenen zwei Wochen deutlich gestiegen sind, bestätigt Robert Herth, Prokurist und Sales & Marketing Direktor der IT-Group von MSC: »Wir verzeichnen derzeit verstärkt Kundenanfragen. Es ist davon auszugehen, dass die SSD-Technologie jetzt einen weiteren Schub in Richtung Marktdurchdringung erfährt.« Ähnliche Beobachtungen macht auch Tommaso Rando, Vice President Sales & Marketing von Swissbit: »Uns erreichen vermehrt Anfragen von Kunden aus der Industrie, die bestehende mechanische Laufwerke kurzfristig durch SSDs ersetzen möchten.« Außerdem berichtet Tommaso Rando, dass »sich die Situation im Festplatten-Segment heute als noch gravierender darstellt, als vor einigen Tagen angenommen. Bei älteren HDDs mit PATA-Interface ist sogar zu erwarten, dass das Angebot ganz eingestellt wird und durch SSDs kompensiert werden muss.« Die langfristigen Folgen zum Beispiel für den Consumer- und PC-Markt seien derzeit nicht abzusehen.

Laut IHS iSuppli werden die Produktionsschwierigkeiten bis zu sechs Monate andauern, bevor auch nur annähernd Normalität erreicht werden kann. Andere Branchenkenner rechnen sogar mit Auswirkungen der Flutkatastrophe im Festplattensegment über die gesamten nächsten zwölf Monate.

Im vierten Quartal 2011 fehlt beinahe ein Drittel der gesamten Produktionskapazität von Hard Disk Drives aufgrund der Naturkatastrophe in Thailand, das zumindest besagt eine aktuelle Studie von IHS iSuppli. In jüngster Zeit sind die Preise für mechanische Laufwerke daher in die Höhe geschossen. In einigen Kapazitätsbereichen ist es annähernd zu einer Verdoppelung der Preise gekommen! Solid State Drives, deren größter Nachteil bislang das noch relativ hohe Preisniveau war, werden somit attraktiver - natürlich auch aufgrund ihrer Verfügbarkeit. »Ohnehin hat sich die SSD-Technologie in den vergangen zwei Jahren stark weiterentwickelt und ist mittlerweile in vielen Anwendungen zu einer sinnvollen Alternative geworden«, betont Robert Herth, »wenngleich man die jeweilige Applikation natürlich immer genau analysieren muss.« Fest stehe aber: Die Speicherindustrie hat die anfänglichen Kinderkrankheiten alle behoben. Heutige Solid State Drives sind daher kaum noch zu vergleichen mit den ersten am Markt verfügbaren Modellen.

Ein Beispiel: Durch Windows 7, das als Betriebssystem erstmals spezielle Funktionen für SSDs berücksichtigt, behält die Flash-basierte Festplatte ihre Geschwindigkeit mittlerweile über viele Jahre. Außerdem tragen Controller und Firmeware dazu bei, dass die Flash-basierten Speichersysteme heute noch leistungsfähiger sind. Unter dem Strich sind SSDs schneller im Datentransport und haben kürzere Zugriffszeiten. Sie brauchen weniger Strom, entwickeln weniger Hitze und arbeiten geräuschlos. SSDs sind schockresistent und schlagbeständiger als Festplatten mit bewegten Teilen - und der wichtigste Vorteil, so Robert Herth: »Entgegen aller Vorurteile am Markt haben Solid State Drives eine höhere Zuverlässigkeit und auch eine längere Lebensdauer!«