Bitcoin-Hype und Halbleiter Sind IC-Hersteller Spieler?

Bitcoin-Mining beflügelt auch die IC-Hersteller - wie lange wohl noch?

Einige der größten Chip-Hersteller der Welt widmen einen erheblichen Anteil der Kapazitäten den ICs für das Bitcoin-Mining. Sind jetzt alle unter die Spieler gegangen?

Der Hype um Bitcoin und weitere Kryptowährungen findet an den Börsen statt, einige Glückliche sind mit ihren Spekulationen reich geworden, manche sehr reich. Wer Spekulationen und Wetten mag, der war hier in seinem Element und ist es – vielleicht? – noch.

Doch dass die seriöse Industrie plötzlich von der Spielsucht ergriffen wird? Die Nachfrage nach Grafikkarten ist plötzlich rasant gestiegen ist, das dürften noch viele mitbekommen haben. Dass es lukrativ geworden ist spezielle Maschinen für das Schürfen von Bitcoins und anderen Kryptowährungen zu entwickeln und zu verkaufen, ebenfalls.

3 Mrd. Euro Reingewinn im letzten Jahr: Auf dieses stolze Ergebnis dürfte es die in China ansässige Bitmain gebracht haben. Dieses Unternehmen soll unter den Bitcoin-Schürfern inzwischen einen Marktanteil von 70 Prozent erreicht haben. Es entwickelt ASICs für den Einsatz in den Mining-Maschinen, es entwickelt die Maschinen selber und es betreibt Mining-Servercenter.

Also dürfen sich auch die Halbeiterhersteller über den Boom von Bitcoin und seinen vielen Brüdern freuen. GPUs finden in den Mining-Maschinen Einsatz, zunehmend aber auch speziell auf diese Anwendung zugeschnittene ASICs und weitere ICs wie etwa DRAMs. Das hat für einen nicht unerheblichen Nachfrageschub gesorgt.

Was bedeutet nicht unerheblich? Dazu ein Blick auf die größte Foundry der Welt, TSMC. Insider wollen wissen, dass TSMC nicht weniger als 10 Prozent der Kapazität allein der Produktion von ASICs für den Einsatz in Mining-Maschinen bereitstellt. Bitmain soll mittlerweile zum illustren Kreis der größten zehn Kunden zählen. Sicherlich profitieren auch weiteren Foundries und Halbleiterhersteller von dem Boom, auch solche, die im Foundry-Geschäft stark wachsen wollen.

Vieles geschieht hier eher im Verborgenen. Denn die Investoren dürften sich langsam schon die Frage stellen, wie es mit dem Risikomanagement bei Halbleiterherstellern aussieht, die mittlerweile einen durchaus signifikanten Anteil des Umsatzes über Produkte erzielen, die in den seltsamen Markt der Mining-Maschinen wandern: Wie lange wird der Boom noch anhalten? Kann es sich um ein nachhaltiges Geschäft handeln? Oder sind manche IC-Hersteller schon unter die Zocker gegangen? Hat sich eine Blase gebildet, die kurz davor steht zu platzen? Welche Auswirkungen könnten die Regulierungsaktivitäten auf den Markt für Kryptowährungen nehmen, die jetzt in vielen Ländern vorangetrieben werden? Fragen über Fragen.

Aber der Versuchung, schnell mal relativ einfach viel Geld nebenbei zu verdienen, dürften schwer zu widerstehen sein. Non olet!

Und wer geschickt ist, der dürfte den Geldsegen in die Entwicklung von Produkten für Märkte stecken, die vor wenigen Jahren noch als Science Fiction betrachtet worden wären, heute aber als hoch seriös gelten. Also solche Produkte, die sich unter die Modethemen von Big Data über Artificial Intelligence und Maschine Learning bis zum autonomen Fahren subsummieren lassen – zum Segen ihrer Investoren. Es dürfte also sehr spannend zu beobachten sein, wie geschickt sich die verschiedenen Halbleiterhersteller verhalten werden.   

Was die seriöse Blockchain kann

Und übrigens: Basis für die Kryptowährungen ist die Blockchain-Technik. Wer sich dafür interessiert, wie sich die Blockchain im industriellen Umfeld einsetzen lässt, geht am 19. Juni 2018 zum Markt&Technik-Blockchain-Summit nach Nürnberg. Hier gibt es Antworten rund um die Fragen zum Einsatz der Blockchain-Technik in der der Industrie, in der Produktion, Logistik und im dezentralisierten Energieumfeld. Anhand von praktischen Beispielen sollen die Teilnehmer erfahren, was die Technik bereits kann, wo in der praktischen Anwendung die Hürden liegen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um sie auf die jeweiligen Märkte zu bringen, um die Effizienz der Abläufe zu steigern.