Socionext »Schon viele Durchbrüche im Netzwerkbereich«

...Fokus liegt auf Mobilfunk, insbesondere 5G

Was heißt das konkret?

Dass neben der optischen Telekommunikation für Socionext Networking auch Wireless/Mobilfunk-Anwendungen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G bedeutet einerseits höhere Frequenzen – zunächst bis 6 GHz und darüber hinaus auch Frequenzbänder um die 30 GHz –, andererseits werden höhere Datenraten von über 10 Gbit/s benötigt. Socionext Networking mit seinem etablierten, analogen IP-Portfolio – gerade im Bereich der extrem schnellen und breitbandigen A/D- und D/A-Wandler und der Erfahrung in der Integration von analoger IP und komplexer digitaler Logik – ist hier ideal positioniert, um Entwicklungen von ASICs für den Wireless/Mobilfunk-Markt erfolgreich durchzuführen.

Für welche Anwendungsbereiche entwickelt Socionext im Mobilfunkbereich ASICs und gibt es schon erste Erfolge?

Ja, es gibt schon erste Erfolge. Socionext hat Projekte akquiriert, in denen wir unsere Analog-IPs wie ADC, DAC oder Serdes mit digitaler IP und in Zusammenarbeit mit unseren Kunden in hochintegrierte, analoge Front-End-ASICs zusammenführen.

Mobilfunk ist das eine. Ist Socionext auch an Wireless-Technologien jenseits von zellular interessiert?

Der Fokus von Socionext bei Wireless-Technologien liegt auf Mobilfunk und insbesondere auf 5G. Die Stärken unseres analogen IP-Portfolios mit extrem schnellen und breitbandigen A/D- und D/A-Wandlern sowie die Erfahrung in der Integration komplexer analoger und digitaler IP in ein ASIC kommen hier besonders gut zum tragen. Natürlich ist Socionext auch interessiert und offen für weitere Anwendungen, insbesondere solche, in denen die für den Mobilfunk entwickelte IP vorteilhaft eingesetzt werden kann.

Wo liegen die technologischen Stärken von Socionext in diesem Bereich?

Die technologischen Stärken von Socionext im Bereich Networking sind, wie schon angemerkt, zum einen analoge IPs und zum anderen die Integration komplexer analoger und digitaler IPs in ein ASIC, inklusive einer ausgefeilten Gehäusetechnik. Absolut herausragende Eigenschaften weisen in unserem analogen IP-Portfolio unsere extrem schnellen und breitbandigen A/D- und D/A-Wandler mit Sampling-Raten von bis zu 128 GSample/s und Bandbreiten von über 40 GHz auf.
Wie gut wir mit diesen IPs sind, zeigt auch die Tatsache, dass wir damit schon einige Durchbrüche im Markt ermöglichen konnten. So haben die Socionext-Networking-Converter vor etwa zehn Jahren beispielsweise die ersten kohärenten optischen Transceiver mit Datenraten von 100 Gbit/s pro Wellenlänge ermöglicht und es gab einen Zeitpunkt, zu dem etwa 70 Prozent des gesamten Internet-Datenverkehrs durch Socionext-Chips geflossen ist.

Darüber hinaus hat Socionext Networking einen Chip entwickelt, der optische Transceiver mit Datenraten bis zu 100 Gbit/s ermöglicht. Diese Transceiver benötigen keine komplexe kohärente Optik und können damit im Vergleich zu kohärenten optischen Transceivern wesentlich kostengünstiger und deutlich kleiner realisiert werden. Sie sehen, wir können also mit Fug und Recht behaupten, absolute Experten im Networking-Bereich zu sein. Ich würde sagen: Die Integration von hauseigener analoger IP und kundenspezifischer Logik ist unser Hauptgeschäftsfeld.

Wie sehen die weiteren technischen Entwicklungen aus und wie sehen die Zeitrahmen dafür aus?

Optische 100G-Netzwerke werden derzeit vielfach aufgebaut. Darüber hinaus arbeiten wir aber bereits an Entwicklungen, mit denen wir 400G- und 1T-Netzwerke der nächsten Generation ermöglichen. Im Mobilfunkbereich ist es natürlich der 5G-Standard, der bekanntermaßen spätestens 2020 den ersten größeren Rollout erfahren wird.