Restrukturierung auf gutem Weg Renesas wächst und schließt

Renesas‘ Firmenzentrale im Tokyoer Stadtteil Toyosu.
Renesas‘ Firmenzentrale im Tokyoer Stadtteil Toyosu.

Renesas ist weiter auf Wachstumskurs. Die Schließungen sind Teil der gelungen Restrukturierung.

In zwei bis drei Jahren sollen die Linien ihre Produktion endgültig einstellen. Die dort gefertigten ICs werden dann entweder auf die Lienen der verbleibenden Fabs transferiert oder ohre Fertigung ganz eingestellt. In Yamaguchi schließt Renesas die 6-Zoll-Fab, die Controller für den Einsatz im Maschinenbau fertigt. Zudem läuft die Produktion von Leistungshalbleitern in der Fab in Otsu in der Präfektur Shiga aus. Eine weitere Linie für die Produktion und Dioden und anderen Verbundhalbleitern führt Renesas dort weiter. Schon 2016 hatte das Unternehmen angekündigt, die unrentabel gewordenen 6-Zoll-Linien auslaufen lassen zu wollen.

Renesas wird nach der Schließung insgesamt acht Fabs in Japan betreiben. Vor dem Erdbeben 2011 waren es noch 22 gewesen. Die Naturkatastrophe hatte Renesas damals hart getroffen: Die Naka-Fab, die damals modernste Fab von Renesas, war auf einen Schlag unbrauchbar geworden.  Allerdings war es dem Unternehmen gelungen, die Produktion dort relativ schnell wieder hoch zu fahren. Der für Renesas ungünstige Yen-Kurs hatte 2012 zusätzlich dazu beigetragen, Renesas an den Rand des Zusammenbruchs zu bringen. Ein Fonds, hinter dem der japanische Staat und unter anderem Toyota Motor standen, hatte Renesas gerettet. Der Fonds unter Führung der  Innovation Network Cooperation of Japan (INCJ) hatte 69 Prozent der Anteile übernommen und 1,4 Mrd. Dollar in das wankende Unternehmen gesteckt. Damals reduzierte Renesas die Zahl der Fabs von 22 auf 9 und die Zahl der Mitarbeiter um 30.000 auf rund 20.000.

Phönix aus der Asche

Im vergangenen Jahr war der Halbleiterumsatz des Unternehmens um 23,4 Prozent auf 781,5 Mrd. Yen geklettert. Die Bruttomarge erreichte 46,7 Prozent und lag damit über 3,1 Prozentpunkte über der vom vergangenen Jahr. Der Gewinn lag mit 77,2 Mrd. Yen sogar um 42 Prozent über dem von 2016. Renesas sieht sich weiter auf Wachstumskurs und erwartet für das erste Quartal 2018 einen Umsatz von 178,7 Mrd. Yen, 3,5 Prozent mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Im Februar 2017 hatte Renesas Intersil für 3,2 Mrd. Dollar gekauft. Inzwischen sei das Unternehmen integriert und habe zur Steigerung der Marge beigetragen. Gerüchte besagen, dass Renesas nach weiteren Übernahmen Ausschau halte, auch Maxim wurde in diesem Zusammenhang genannt.

Der Kurs des Unternehmens ist seit dem Engagement von INCJ kräftig gestiegen. INJC war bei 120 Yen eingestiegen, jetzt ist die Aktie das Achtfache wert. Die Investoren haben Renesas also nicht nur gerettet, sondern hätten daran auch gut verdient – wenn sie ihrem Gewinn jetzt realisierten. Einige wollen das tun, INCJ möchte aber mindestens ein Drittel behalten, um weiterhin über das Vetorecht zu verfügen und die Geschicke des Unternehmens auch künftig mitbestimmen zu können.