Temporäre Fabrikschließungen? Renesas-Reaktion auf Nikkei-Meldung

Lagerbestandsentwicklung bei Renesas
Lagerbestandsentwicklung bei Renesas

Am 7. März war bei Nikkei Asian Review zu lesen, dass Renesas die Chip-Fertigung in 13 seiner 14 Fabriken für ein bis zwei Monate stoppt, weil die Nachfrage aus China nachlässt - ein drastischer Schritt. Daraufhin sackte der Aktienkurs um die täglich zulässige Grenze von 14,6 Prozent nach unten.

Direkt danach veröffentlichte Renesas eine Meldung, in der es zunächst erst einmal hieß, dass die seit dem 6. März veröffentlichten Medienberichte, in denen über die vorübergehende Schließung von Renesas-Werken spekuliert wurde, nicht auf einer Ankündigung von Renesas basieren.

Aber, ganz aus der Luft gegriffen, waren die Medienberichte trotzdem nicht. Denn in der Unternehmensmeldung hieß es auch, dass Renesas durchaus in Erwägung ziehe, die Produktionen temporär zu stoppen. Für die Frontend-Fabriken geht es um einen Zeitrahmen für bis zu zwei Monate und die Backend-Fabriken könnten mehrere Male über einen Zeitraum von einer Woche schließen.

In dem darauffolgenden Analysten-Call betont Hidetoshi Shibata, CFO von Renesas, dass es eine Stärke von Renesas sei, schnell auf steigende Nachfrage und Anforderungen zu reagieren. Und nachdem der Ausblick auf das zweite Halbjahr alles andere als eindeutig sei, hält es das Unternehmen dank der schon erwähnten Agilität für besser, eine Basis zu schaffen, die auf schlechteren Aussichten beruht, und dann, falls die Nachfrage steigt, darauf schnell zu reagieren. Shibata erklärt aber auch, dass noch nichts entschieden ist. Jetzt müsse weiterhin mit Kunden geklärt werden, wie sich die Situation weiterentwickeln wird.

Derzeit jedenfalls hat Renesas das Problem, dass die Auslastung der Fabriken niedrig ist – und das kostet. Um also die Fixkosten zu senken, klingt eine vorübergehende Stilllegung von Fabriken als probates Mittel. Allerdings hat bislang noch kein Halbleiterhersteller solch einen Schritt in dem Ausmaß gewagt, denn eine Halbleiterfertigung zu stoppen und sie dann wieder hochzufahren, ist alles andere als trivial. Auch Shibata erklärt, dass man nicht sich dessen durchaus bewusst ist, dass solch ein Schritt durchaus technische Auswirkungen haben kann. Shibata: »Jeder möchte Risiken so weit wie möglich vermeiden. Als Unternehmen sind wir gut darin, die Produktion zu steigern, um die Anforderungen der Kunden zu erfüllen. Wir haben jedoch immer gezögert, die Produktion zu bremsen, wenn Lagerbestände aufgebaut werden. Diesmal versuchen wir einen Betriebsmodus, bei dem wir gleichzeitig auf das Gaspedal und die Bremsen drücken.«