ZVEI: Deutsche Elektroexporte 2018 Rekordwert mit Schwächen am Jahresende

Auftragseingangsrekord im Rohde-&-Schwarz-Geschäftsjahr 2016/2017
Der drohende Brexit zeigt bislang nur leichte Auswirkungen

Im Dezember 2018 haben die Exporte der deutschen Elektroindustrie mehr oder weniger stagniert: Mit 15,8 Mrd. Euro verfehlten sie ihren entsprechenden Vorjahreswert knapp um 0,3 Prozent. 2018 wurde dennoch mit einem neuen Rekord abgeschlossen.

»Es war der erste Rückgang seit Juli 2016«, sagt Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt. Im gesamten Jahr 2018 legten die Branchenausfuhren um 5,0 Prozent auf 211,9 Mrd. Euro zu. »Zwar konnte damit der nunmehr fünfte Rekordwert in Folge erreicht werden, allerdings war das letztjährige Wachstum nur noch knapp halb so hoch wie 2017«, so Dr. Gontermann weiter.

Die Elektroeinfuhren nach Deutschland nahmen im Dezember 2018 um 0,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 14,6 Mrd. Euro ab. Im Gesamtjahr stiegen sie um 4,4 Prozent auf 191,1 Mrd. Euro. Der Exportüberschuss nahm 2018 – gegenüber 2017 – um gut zwei Mrd. Euro, von 18,7 auf 20,8 Mrd. Euro, zu.

China war im vergangenen Jahr erneut der größte Exportabnehmer der heimischen Elektroindustrie: Die Branchenausfuhren ins Reich der Mitte legten um 10,3 Prozent auf 21,0 Mrd. Euro zu. Auf Platz zwei folgten wieder die USA, die 2018 deutsche Elektroexporte in Höhe von 17,8 Mrd. Euro aufnahmen (+ 4,3 %). »Damit ist der Abstand zwischen den Ausfuhren in die beiden Länder inzwischen auf mehr als drei Mrd. Euro zugunsten Chinas gewachsen«, sagt Dr. Gontermann. »Bis 2013 und zuletzt 2015 lagen noch die Exporte in die USA vorne.«

Die Ränge drei bis zehn werden nach wie vor von europäischen Ländern besetzt − davon fünf aus dem Euro- und drei aus dem Nicht-Euroraum. Frankreich (+ 2,6 % auf 13,7 Mrd. Euro) bleibt drittgrößter Abnehmer vor den Niederlanden (+ 8,1 % auf 11,4 Mrd. Euro) und Großbritannien (- 1,6 % auf 11,1 Mrd. Euro). Die zweite Hälfte der Liste der zehn größten Abnehmer wird belegt von Tschechien (+ 11,4 % auf 10,3 Mrd. Euro), Polen (+ 7,6 % auf 10,3 Mrd. Euro), Italien (+ 9,9 % auf 10,0 Mrd. Euro), Österreich (+ 3,9 % auf 9,3 Mrd. Euro) und Spanien (+ 3,5 % auf 7,0 Mrd. Euro).

Elektroexporte nach Großbritannien 2018 nur leicht rückläufig

Die Ausfuhren der deutschen Elektroindustrie nach Großbritannien sind 2018 um 1,6 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro gesunken. Es war der erste Rückgang seit dem globalen Krisenjahr 2009. Im Abnehmer-Ranking fiel das Land von Platz vier auf fünf zurück. 2017 hatten die Branchenlieferungen in das Vereinigte Königreich noch kräftig um fast 10 Prozent zugelegt. Zwischen 2010 und 2017 lag das durchschnittliche Exportwachstum bei 5 Prozent pro Jahr. »Aber trotz des Rückgangs im vergangenen Jahr haben sich sowohl die Abwertung des britischen Pfunds als auch die ökonomische Unsicherheit rund um den Brexit bislang erst vergleichsweise moderat auf die Nachfrage Großbritanniens nach elektrotechnischen und elektronischen Gütern aus deutscher Provenienz ausgewirkt«, so Dr. Gontermann.