2 Mrd. Dollar für NXP Qualcomm übernimmt NXP nicht

Nach fast zwei jahren gibt Qualcomm auf: Das Kaufangebot für NXP hat CEO Steve Mollenkopf jetzt zurückgezogen.
Nach fast zwei jahren gibt Qualcomm auf: Das Kaufangebot für NXP hat CEO Steve Mollenkopf jetzt zurückgezogen.

Qualcomm wolle stattdessen eigene Aktien von Anteilseignern für 30 Mrd. Dollar zurückkaufen – und muss an NXP 2 Mrd. Dollar zahlen.

Seit Oktober 2016 hatte sich das Drama um den 44 Mrd. Dollar-Kauf hingezogen. Auch um den feindlichen Übernahmeversuch von Broadcom abzuwehren, hatte Qualcom die NXP-Karte gespielt. Zuletzt fehlte nur noch die Freigabe chinesischer Wettbewerbshüter. Aber China scheint im Zeichen des Handelskonflikts mit den USA und der Behandlung der Affäre um ZTE durch die USA nicht bereit, dem Deal zuzustimmen. Die Frist läuft heute aus. Deshalb hat Steve Mollenkopf, CEO von Qualcomm, offenbar die Hoffnung verloren, NXP übernehmen zu können – und das Angebot zurückgezogen. Die Aktie von Qualcomm legte nachbörslich zeitweise um mehr als 7 Prozent zu. Insgesamt hatte sich der Aktienkurs des Unternehmens in diesem Jahr enttäuschend entwickelt.

Eine kleine Chance besteht immer noch: Wenn China in den nächsten Stunden doch grünes Licht für die Übernahme geben würde, könne der Kauf noch vollzogen werden.

Qualcomm wollte sich mit der Übernahme von NXP unter anderem im Geschäft mit selbstfahrenden und vernetzten Autos stärken. Die Annahme des Angebots lief schleppend, im Februar schraubte Qualcomm die Offerte auf insgesamt 44 Mrd. Dollar hoch. Mit dem Rückzieher muss Qualcomm gemäß bisherigen Vereinbarungen 2 Mrd. Dollar an NXP zahlen.

Im vergangenen Quartal stieg der Qualcomm-Umsatz im Jahresvergleich um 4 Prozent auf 5,6 Mrd. Dollar. Der Gewinn wuchs um 41 Prozent auf 1,2 Mrd. Dollar. Qualcomm steckt in einem erbitterten Streit mit Apple, der das Geschäft belastet. Der iPhone-Konzern will niedrigere Lizenzzahlungen an Qualcomm durchsetzen. Als Folge des Konflikts bekommt Qualcomm schon seit mehreren Quartalen keine Zahlungen mehr von iPhone-Zulieferern. Qualcomm wirft Apple im Gegenzug Patentverletzungen vor.Die kommenden iPhone-Generationen sollen anscheinend ohne Qualcomm-Chips auskommen, erklärte der Chipkonzern. Apple griff bei früheren iPhones zumindest in einigen Regionen auf Kommunikations-Chips von Qualcomm zurück. In Europa wurden allerdings zuletzt nur iPhones mit Funkmodems von Intel verkauft.