SSDs im zweiten Quartal Preisverfall lässt Stückzahlen wachsen

Die Marktanteile von SSD-Lieferanten gemessen in geleiferten Stückzahlen.
Die Marktanteile von SSD-Lieferanten gemessen in gelieferten Stückzahlen.

In Stückzahlen legen SSDs um fast 10 Prozent zu, der Umsatz hinkt aufgrund des Preisverfalls weit hinterher. Third Party-Firmen wie Kingston profitieren.

Der Markt für SSDs (Solid-State-Drives) wuchs im zweiten Quartal in Stückzahlen um 9,7 Prozent – nach einem Einbruch in Höhe von 8,4 Prozent im ersten Quartal.

Insgesamt lieferten die Hersteller laut IHS Markit im zweiten Quartal 57,9 Mio. SSDs aus, 9,7 Prozent mehr als im ersten Quartal, als die Lieferungen gegenüber dem Vormonat um 8,4 Prozent auf 52,8 Mio. Einheiten gesunken waren.

Trotz des Anstiegs der Stückzahlen konnte der Umsatz mit SSDs lediglich um 1 Prozent zulegen, weil ihr durchschnittlicher Verkaufspreis im zweiten Quartal um 9,7 Prozent einbrach.  

Dass die Stückzahlen im zweiten Quartal so stark steigen konnten, ist nach der Analyse der Marktforscher von IHS Markit vor allem der Nachfrage aus dem Client-Sektor, etwa für mobile und Desktop-PCs, zu verdanken. Der Client-SSD-Sektor konnte im zweiten Quartal sogar um 11,9 Prozent zulegen. Der Enterprise-SSD-Markt erholte sich im Gegensatz zum Client-SSD-Markt allerdings nur um 1,9 Prozent.

Angeregt wurde die Nachfrage dadurch dass der durchschnittliche Verkaufspreis von Client-SSDs im zweiten gegenüber dem ersten Quartal 2019 um 6,7 Prozent gefallen ist. Laut James Zhao, Principal Analyst SSD und HDD von IHS Markit, war das das sechste Quartal in Folge, in denen die Preise fielen.

Der hohe Bedarf im Client-Segment ließ Third-Party-Unternehmen, die die NAND-ICs nicht selber herstellen, überproportional profitieren. So konnte Kingston die Lieferungen im zweiten Quartal um 23,3 Prozent steigern und findet sich zum ersten Mal seit drei Jahren wieder auf Platz drei in der Rangfolge der weltweit größten SSD-Anbieter wieder. 2017 hatte Kingston an fünfter, 2016 an vierter Stelle gelegen. Insgesamt erlebte das Unternehmen das sechste aufeinanderfolgende Quartal, in dem die Stückzahlen im zweistelligen Prozentbereich wachsen konnten.  

Auf Rang 2 unter den größten SSD-Lieferanten liegt Intel. Weil sich das Unternehmen auf den Enterprise-Markt fokussiert, liegt der Preis seiner SSDs deutlich über dem Durchschnitt. Intel hat im zweiten Quartal 4 Mio. SSDs ausgeliefert, 17,5 Prozent mehr als im ersten Quartal.