Grafik-DRAMs Preise steigen im vierten Quartal

Die Preisentwicklung der GDDR5- und GDDR6-DRAMs.
Die Preisentwicklung der GDDR5- und GDDR6-DRAMs.

Die Preise für GDDR5-DRAMs klettern nach oben, die für GDDR6-DRAMs sind stabil.

Die Covid-19-Pandemie hat dazu geführt, dass viele Menschen die Arbeit, den Schulunterricht, das Studium und Fortbildungen weitgehend von zu Hause durchführen. Dies hat nicht nur den Notebooks ein zweistelliges Wachstum beschert sondern auch den Lieferungen von Grafikkarten ab dem zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Schub verliehen. Trendforce prognostiziert in seiner neusten Marktstudie, dass die starke Nachfrage auch in der zweiten Jahreshälfte 2020 anhalten werde.

Highlights in diesem Jahr sind laut Trendforce Die Grafikarten von Typ »Ampere«, die Nvidia kürzlich vorgestellt hatte, sowie »Big Navi«, die AMD im vierten Quartal auf den Markt bringen will. Auf diesen Karten befinden sich auch höhere DRAM-Kapazitäten als bisher. Weil mehr Systeme verkauft werden, in denen pro Karte mehr DRAMs verbaut sind, wird der Preisverfall für Grafik-DRAMs vor den der anderen DRAM-Typen enden.

Die führenden Hersteller von Grafik-DRAMs – Samsung, SK Hynix und Micron – würden ihre Produktionskapazitäten in diesem Jahr von der Fertigung von GDDR5- auf GDDR6-Typen verlagern. Deshalb würden die DDR6-Typen gemessen in Bit auf einen Anteil von 60 Prozent kommen und damit die GDDR5-Typen überholen. Weil einige der aktuellen GDDR5-Grafikkarten von Nvidia über die vergangenen zwei Quartale stark nachgefragt waren, lag der Bedarf an GDDR5-DRAMs zu einem Zeitpunkt hoch, als die Produktionskapazitäten für diese Speicher zurückgefahren wurden. Das resultierte in einer angespannten Versorgungslage in diesem Bereich. Die Spot-Preise für 8-Gb-GDDR5-DRAMs lägen im dritten Quartal um 10 Prozent über den Vertragspreisen. Deshalb geht Trendforce davon aus, dass während der Übergangszeit zu den GDDR6-Typen die Versorgungslage angespannt bleibe. GDDR5-Vertragspreise würden vor denen anderer DRAM-Typen steigen.

Die GDDR6-DRAMs finden in den neuen Spielekonsolen (Xbox X, PS5) Einsatz, was den Bedarf treiben wird. Außerdem wandern sie in neue Grafikkarten quer durch alle Preissegmente. Deshalb bleibe der Bedarf hoch. Weil aber die Hersteller ihre Fertigungskapazitäten zu den DDRG6-Typen hin verlagern, werde die Versorgung nicht so angespannt bleiben wie zuvor. Im dritten Quartal läge der Spot-Preis für einen 8-Gb-GDDR6-DRAM auf demselben Niveau wie der entsprechende Vertragspreis. Der Preis für diese Typen werde sich im vierten Quartal also stabilisieren und nicht noch einmal einen Rückgang im zweistelligen Prozentbereich von Quartal zu Quartal hinnehmen müssen.

Die Analysten von Trendforce weisen darauf hin, dass der Bedarf im Sektor der Grafik-DRAMs schnellen Änderungen unterworfen sein kann.  Die Preise können also schneller fluktuieren als die anderer DRAM-Kategorien. Außerdem machen die Grafik-DRAMs am Gesamtmarkt nur einen Anteil von 6 Prozent aus. Daher könnten die Preistrends für Grafik-DRAMs nicht als Indikator für den Trend innerhalb des gesamten DRAM-Sektors herangezogen werden.