NAND-Flash-IC-Markt 2020 Plus 5 % im 2. Quartal - dann fallen die NAND-Preise

Zwar steigen die Preise für NAND-Flash-ICs derzeit noch, doch ab dem zweiten Quartal 2020 werden sie voraussichtlich fallen.

Doch für das zweite Quartal sieht es laut DRAMeXchange noch gut aus: Trotz der Corona-Krise rechnen die Analysten damit, dass die NAND-Flash-Speicher-ICs gegenüber der Vorjahresperiode um 5 Prozent steigen.

Auch im ersten Quartal hatten sie schon um 5 Prozent zugelegt. Und das obwohl die Lieferungen für die meisten Endprodukte wegen des Coronavirus im ersten Quartal zurückgegangen sind. Doch die führenden NAND-IC-Hersteller haben bereits reagiert und ihre ursprünglich geplanten Investitionen für Kapazitätserweiterungen zurückgefahren. Deshalb werde laut DRAMeXchange das Wachstum gemessen in Bit für NAND-ICs in diesem Jahr gegenüber 2019 auf verhältnismäßig bescheidene 30 Prozent kommen.

Die angespannte Liefersituation wegen der Corona-Krise werde sich nach Meinung der Analysten vor allem auf die Enterprise-SSDs auswirken. Ihr Anteil am Gesamtmarkt gemessen in Bit wächst schnell und die Cloud-Service-Provider benötigen sie. Deshalb werden ihre Preise weiter steigen und dem gesamten NAND-Flash-IC-Markt auf ein Wachstum von 5 Prozent im zweiten Quartal bringen.

Die Analysten von DRAMeXchange gehen davon aus, dass sich die OEMs in zahlreichen Endmärkten so schnell wie möglich sichere Lagerbestände schaffen wollen. Das werde die NAND-Flash-Nachfrage insgesamt auch in der zweiten Jahreshälfte treiben. Die Preisanstiege für andere Produkte, die auf NAND-Flash-ICs basieren, werden dagegen kleiner ausfallen.

Fallende Preise im zweiten Halbjahr

Allerdings könnte sich die Marktdynamik durch die Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte dramatisch ändern. Während die Vertragspreise für NAND-Flash-Produkte im ersten Halbjahr voraussichtlich weiter steigen werden, könnten sie schon ab dem dritten Quartal und im zweiten Halbjahr insgesamt fallen.

Derzeit ist die Liefersituation für Client-SSDs angespannt, weil die NAND-Flash-Hersteller mehr Enterprise-SSDs produzieren, die höhere Margen bringen. Auf der Nachfrageseite sind die Notebook-Lieferungen im ersten Quartal 2020 eingebrochen. Die PC-Hersteller hätten aber weiter Client-SSDs gekauft, weil sie künftige Preisanstiege befürchten. Ihr Bedarf könnte im zweiten Quartal sogar noch wachsen, weil sie sich einen ausreichenden Lagerbestand für das gesamte Jahr sichern wollen. Daher halten es die Analysten für wahrscheinlich, dass die Client-SDD-Preise auch im zweiten Quartal noch klettern werden – und zwar um mindestens 5 Prozent.

Was den eMMC/UFS-Sektor betrifft, so habe die Pandemie zwar die Nachfrage nach Smartphones und anderen Consumer-Produkten gedrückt, der Bedarf der Server und Datenzentren nach SSDs sei laut DRAMeXcange dagegen nicht zurückgegangen. Die Zulieferer hielten aber gesunde Lagerbestände und könnten die Wafer in ihren Lager, die ursprünglich für Smartphones vorgesehen waren, auch für die SSD-Produktion heranziehen. Für eine Überproduktion gebe es keine Anzeichen.

Die Smartphone-Hersteller haben bisher ihre Einkaufspläne nicht geändert, weil ihre Lagerbestände niedrig sind und weil sie Preissprünge befürchtet haben. Weil sie nun aber aufgrund der Pandemie mit rückläufiger Nachfrage rechnen müssen, wird sich das auf ihr Einkaufsverhalten für das zweite Halbjahr auswirken. Doch bestünden die Aufträge für eMMCs kleiner und mittlerer Kapazitäten für Consumer-Produkte wie Fernseher und Set-Top-Boxen weiter. Die Preise für eMMCs werden nach Ansicht der Analysten auch im zweiten Quartal 2020 über 5 Prozent nach oben klettern. Ob sich der Preisanstieg aber über das dritte Quartal hinaus fortsetze, sei fraglich.

Den Preisanstieg im Wafer-Markt im vierten Quartal 2019 hatte vor allem die starke Nachfrage aus den Datenzentren sowie aus dem Sektor der Spielekonsolen hervorgerufen, die SSDs benötigen. Deshalb hatten die Hersteller wenig Anreiz, den Wafer-Markt zu bedienen. Doch weil Server, Datenzentren und Spielekonsolen in der zweiten Jahreshälfte die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen werden, werden die Preise für Wafer ab Ende des zweiten Quartales laut den Analysten sinken.