TI integriert die Verkaufsaktivitäten von National, die Produktgruppen bleiben bestehen »National bekommt jetzt das verdiente Wachstum«

Jean-François Fau, Texas Instruments: »Alle drei Produktionsstandorte von National sind bereits komplett integriert in den ’Texas Instruments One Make’-Verbund, der mittlerweile aus 13 Wafer-Fabs und 5 Assembly&Test-Standorten weltweit besteht.«
Jean-François Fau, Texas Instruments: »Alle drei Produktionsstandorte von National sind bereits komplett integriert in den ’Texas Instruments One Make’-Verbund, der mittlerweile aus 13 Wafer-Fabs und 5 Assembly&Test-Standorten weltweit besteht.«

Das hohe technische Niveau und die gute Produktpalette - das waren laut Jean-François Fau die ausschlaggebenden Faktoren, die für die Übernahme von National Semiconductor gesprochen haben: »Unter dem neuen Namen „Silicon Valley Analog“ wollen wir dieser Einheit innerhalb von TI zu dem Wachstum und dem Marktanteil verhelfen, die sie aufgrund der Ingenieurleistung schon länger verdient gehabt hätte.«

Markt&Technik: National Semiconductor bildet künftig die Einheit »Silicon Valley Analog«. Die Produktgruppen werden also weiter geführt?

Jean-François Fau: Ja, wir führen sie im Wesentlichen so weiter, die Part-Numbers bleiben die alten, was ja auch sehr wichtig für die Kunden ist.

Auch die Forschung & Entwicklung, die Produktdefinition und das Marketing führen wir wie bisher weiter, und zwar an den ursprünglichen Standorten. Die F&E-Teams von National beispielsweise arbeiten wie gehabt an den Standorten in Italien, in den Niederlanden, in Finnland und in Estland weiter.

Will TI die Fabs von National Semiconductor fortführen?

Wie bereits in einem frühen Stadium der Akquisition bekannt gegeben, werden wir sowohl die beiden ehemaligen National-Wafer-Fabs in Portland, Maine, und in Greenock in Schottland sowie das Assembly & Test Center in Melaka, Malaysia, weiter betreiben. Bei dem Werk in Portland handelt es sich um eine hochmoderne, komplett automatisierte 200-mm-Wafer-Fab mit einem breiten Spektrum an etablierten Analog-Technologien.

Das Werk in Greenock, bis vor kurzem noch auf 150 mm produzierend, wird derzeit auf 200-mm-Wafer konvertiert, um so eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen zu können.

Wollen Sie also sagen, es bleibt nach der Übernahme ganz einfach alles beim Alten, nur der Name ändert sich von National Semiconductor zu Silicon Valley Analog?

Nein, das natürlich nicht. Die Verkaufsaktivitäten von National integrieren wir in Texas Instruments, was übrigens schon vollzogen ist. Hier kommt es zu Änderungen für die Mitarbeiter. In Deutschland arbeitet der Verkauf jetzt von Freising aus, nicht mehr von Fürstenfeldbruck wie in der Vergangenheit.

Was war das Ziel der Übernahme, nur den Verkauf zusammenzulegen?

Nein, wir sind überzeugt, dass in National Semiconductor ein großes Potenzial steckt. Die Basistechniken sind sehr gut, die Produkte sind hervorragend . . .

. . . und dennoch ist National über die letzten Jahre kaum gewachsen.

Genau das wollen wir ändern. Der Verkauf von National Semiconductor war etwas schwach, die Kunden haben nicht genügend Support erhalten. National hat sieben Büros in EMEA, wir betreiben 42. Die Kunden waren auch besorgt, weil National wenig in die eigenen Fabs investiert hat. Und National hat relativ viele Produkte abgekündigt, bei uns gibt es das in der Form nicht. Das alles führte dazu, dass National Semiconductor nicht den Marktanteil erzielen konnte, den es vom Niveau der R&D und der Ingenieurleistung insgesamt eigentlich verdient hätte.

Nun überlappt sich das Produktportfolio zwischen TI und National doch ein wenig, um es vorsichtig auszudrücken?

National Semiconductor hat 12.000 analoge Produkte im Programm, Texas Instruments rund 40.000 analoge Bauelemente. Davon überlappen sich nur einige zehn Produkte wirklich. Deshalb sind wir der Meinung, dass wir die Produktgruppen, so wie sie sind, weiter fortführen können. Langfristig werden wir die Produkt-Roadmaps harmonisieren, auch um unseren Kunden das Leben möglichst einfach zu machen.  

Übernahmen finden doch zumeist statt, weil die übernehmende Firma sich durch Zusammenlegung von Produktgruppen und Einheiten wie der Verwaltung, der Produktionseinrichtung und der R&D-Aktivitäten Synergieeffekte versprechen. Sehen Sie, dass TI durch die Übernahme von National größere Synergieeffekte realisieren kann?

Wie schon gesagt, in der Anpassung der Verkaufsaktivitäten sehen wir sehr starke Synergieeffekte. Über die Zeit werden wir die Produktionen in den Fabs einander angleichen, so dass wir mit Hilfe der jeweils besten Verfahren produzieren. Außerdem führen wir Prozesstechniken wie etwa die SiGe-Prozesse zusammen.