Schlechtes Marketing und hohe Preise Mutieren Ultrabooks zum Ladenhüter?

Ultrabooks sind dünn und leicht, der große Verkaufserfolg sind sie aber noch nicht.
Ultrabooks sind dünn und leicht, der große Verkaufserfolg sind sie aber noch nicht.

Das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli hat seine Prognose für den Absatz mit Ultrabooks nach unten korrigiert. Dennoch glaubt das Marktforschungsunternehmen, dass diese Geräte eine blühende Zukunft haben.

Bislang waren die Analysten bei IHS iSuppli davon ausgegangen, dass in diesem Jahr rund 22 Mio. Ultrabooks über die Ladentheke wandern würden. Jetzt sollen es nur noch 10,3 Mio. Stück sein. Die Korrektur in diesem Jahr hat natürlich auch Auswirkungen auf die Prognose der nächsten Jahre. So heißt es heute, dass 2013 44 Mio. Ultrabooks verkauft werden, zuvor waren die Marktkenner noch von 61 Mio. Stück ausgegangen.

Craig Stice, Senior Principal Analyst für Rechnerplattformen bei IHS, macht für die schlechte Stückzahlentwicklung ein einfallsloses Marketing verantwortlich. Die PC-Industrie hätte es versäumt, unter den Konsumenten eine Begeisterung für Ultrabooks zu erzeugen. Und genau das würde zum Problem, wenn um Media Tablets und Smartphones nahezu ein Hype gemacht werden würde. In Kombination mit schwindelerregenden Preisen hätte dies dazu geführt, dass die Absatzprognose nach unten korrigiert werden muss.

IHS ist dennoch davon überzeugt, dass diese Hürden überwunden werden können und dass dann die Stückzahlen im nächsten Jahr um mehr als 300 Prozent steigen können. Bis 2016 soll der Absatz mit Ultrabooks sogar auf 95 Mio. Stück ansteigen. Damit wäre auch ein langfristiges Wachstum für Komponenten verbunden, die im Ultrabook sitzen. Dazu zählt Stice beispielsweise die Bewegungssensoren.

Damit diese Wachstumszahlen erreicht werden, müsse neben einem verbesserten Marketing vor allem am Preis gearbeitet werden. Sind heute oft noch zirka 1000 Dollar für ein Ultrabook zu berappen, empfiehlt Stice, dass ein Bereich um die 500 Dollar erreicht werden müssten. Ultrabooks mit dem neuen Windows 8 Betriebssystem wären in diesem Jahr schon für 600 bis 700 Dollar zu haben und da diese mit attraktiven Funktionen wie Touchscreen ausgestattet sind, erwartet Slice im nächsten Jahre eine besonders starke Nachfrage nach diesen Geräten. »Bleiben die Preise auf dem heutigen Niveau von 1000 Dollar, dann werden die Hersteller von Ultrabooks auch im nächsten Jahr Schwierigkeiten haben, denn sie stehen in Konkurrenz zu billigeren Geräten wie Tablets und Smartphones«, erklärt Slice weiter.

IHS gibt aber noch einen anderen Grund an, der die Prognose von früher zu euphorisch ausfallen hat lassen: Intels zunehmend spitzfindigere Methode zur Definition von Ultrabooks. Slice: »Aufgrund der neuen Bezeichnungen werden viele Notebooks die bislang als Ultrabooks bezeichnet wurden, jetzt als Ultrathins klassifiziert.«

Intel hat seinen Glauben an die Ultrabooks noch nicht verloren. Der Mikroprozessorhersteller hat auf seinem letzten IDF auf nächstes Jahr verwiesen, denn da soll der neue Prozessor Haswell vorgestellt werden. Intel glaubt, dass dieser Mikroprozessor als Katalysator für die Ultrabooks fungieren kann. Haswell soll eine höhere Rechenleistung bei verringerter Leistungsaufnahme bieten. Dank dessen soll der Prozessor die Haupt-CPU-Familie für Ultrabooks werden. Der Prozessor ist mit der Identity Protection Technologie von Intel ausgestattet, wodurch auch den gehobenen Sicherheitsansprüchen Rechnung getragen wird. Darüber hinaus soll der Prozessor auch in der Lage sein, über den DisplayPort 1.2 mehrere Display und Monitore zu unterstützen.

Um die Ultrabooks noch attraktiver zu machen, sollen die Geräte der nächsten Generation aus Intels Sicht mit Funktionen wie Spracherkennung, zusätzliche Sicherheitsfunktionen, mehrere Sensoren einschließlich GPS, Beschleunigungssensoren und Gyroskope sowie Gestenerkennung ausgestattet werden.