GSA & IET International Semiconductor Forum »More than Moore« ist Augenwischerei

Penn Malcolm Future Horizons
Malcolm Penn, Chairman und CEO von Future Horizons

Malcolm Penn, Chairman und CEO von Future Horizons, betont auf dem achten GSA & IET International Semiconductor Forum in München, dass es aus europäischer Sicht absolut kurzsichtig ist, wenn man in Europa ausschließlich auf »More than Moore« setzt. Denn »was heute noch unter More Moore läuft, ist morgen bereits More than Moore«.

Für Penn stellt dementsprechend die europäische Betonung »auf More than Moore« eigentlich nur Augenwischerei dar. Denn wer sich nicht an den Entwicklungen modernster CMOS-Technologien beteiligt, wird über kurz oder lang auch keine Rolle mehr bei More-than-Moore und damit im gesamten Halbleitermarkt spielen!

Penn mahnt seit Langem an, dass Europa im Halbleiterbereich immer stärker an Bedeutung verliert. Und auch jetzt betont er, dass jeder, der glaube, es spiele keine Rolle, wer die Halbleiter liefert und von wo sie kommen, sich grundlegend irrt. Denn »wenn Sie die Kontrolle über die Chips verlieren, verlieren Sie auch das Geschäft«, so die Überzeugung von Penn. Damit sollten also auch die europäischen OEMs daran interessiert sein, dass die hiesige Halbleiterindustrie überlebt und auch weiterhin hier produziert.

Dabei schwindet nur die Bedeutung der europäischen Halbleitersteller im Gesamtmarkt, der Halbleiterverbrauch in Europa zeigt sich nämlich relativ konstant. Problematisch wird es lediglich, wenn man sich den Marktanteil europäischer Halbleiterunternehmen ansieht und noch viel schwieriger wird es, wenn es um die Halbleiterfertigung in Europa geht. Wobei Penn durchaus der Überzeugung ist, dass Europa das Potenzial hätte, hier wieder an Stärke zu gewinnen. Denn mit Blick auf Forschung und Entwicklung ist Europa aus der Sicht von Penn absolute Weltklasse. Und als Beweis dafür führt Penn an, dass das belgische Forschungszentrum IMEC es geschafft hat, alle wichtigen Halbleiterhersteller in Forschungsprojekten zu binden.

Aber Penn betont nochmals, dass Europa von Innovation und IP alleine nicht leben könne, auch die Fertigung gehöre dazu. Und hier geht der Anteil der in Europa gefertigten Halbleiter seit Jahren zurück. Allerdings glaubt Penn, dass auch hier ein Umdenken möglich ist, denn immerhin wird inzwischen selbst auf europäischer Ebene die Fertigung wieder als wichtiger Kernbereich erwähnt – für den Optimisten Penn ist das auf alle Fälle ein Anlass zur Hoffnung.