Freescale Semiconductor Momentum ausnutzen

Lisa Su, Senior Vice President and General Manager, Networking and Multimedia bei Freescale Semiconductor, sieht das Unternehmen dank der Kommunikationsprozessoren aus der QorIQ-Serie und des MSC8156-DSPs hervorragend positioniert, um stärker als der Markt zu wachsen.

Im Bereich der Kommunikationsprozessoren belegt Freescale seit langem die Führungsposition. Konkret spricht Su von einem Marktanteil von 25,6 Prozent, den das Unternehmen im letzten Jahr für sich beanspruchte. An zweiter Stelle folgt Intel mit einem Anteil von 18,9 Prozent. Die Nummer 3 ist LSI, das Unternehmen verfügt aber nur noch über 6,2 Prozent Marktanteil. Daneben ist Freescale aber auch bei den embedded MPUs die Nummer 1 im Markt.

»Wir sind mit unseren QorIQ-Kommunikationsplattformen so positioniert, dass wir stärker als der Markt wachsen können«, erklärt Su weiter. Grund für die Zuversicht sind Design-Wins, die das Unternehmen in allen wichtigen Bereichen mit hohen Wachstumsraten erziele. In diesem Zusammenhang spricht Su beispielsweise von drahtlosen Netzen in Unternehmen, Security-Appliances, aber auch Drucker- und Videoapplikationen sowie drahtlose Breitband-Anwendungen.

Um das bereits vorhandene Momentum aufrechterhalten zu können, setzt Freescale auf Neuentwicklungen. So hat das Unternehmen einen e5500-Core entwickelt, eine 64-Bit-Variante der Power Architektur. Su: »Der neue Prozessorkern zeichnet sich durch eine Verdoppelung der Rechenleistung im Vergleich zur vorherigen Power-Architektur-Generation aus. Auch die Leistungsdichte pro Siliziumfläche konnte um den Faktor 2 erhöht werden.« Aus der Sicht von Su eignet sich der neue Core, beziehungsweise Prozessoren auf Basis des neuen Cores, ideal für Control-Plane-Applikationen, die von einem Prozessor höchste Leistung fordern, bei gleichzeitig angemessener Leistungsaufnahme. Nachdem der Core sich auch für Multi-Core-Implementierungen eignet, sieht Su auch die Möglichkeit, e5500-Produkte für gemischte Control- und Date-Plane-Anwendungen einzusetzen.

Die ersten Produkte mit dem neuen Core sind die P5020- und P5010-Prozessen aus der neuen P5-Plattform innerhalb der QorIQ-Familie. Die Prozessoren sind Single- und Dual-Core-Varianten, die mit Taktfrequenzen von bis zu 2,2 GHz arbeiten und dabei eine Leistung von 30 W aufnehmen.

Laut Su sind bereits seit Januar 2009 erste QorIQ-Produkte als Muster verfügbar. Bis zum heutigen Datum sind elf Produkte bemustert. Bereits jetzt laufen über 1000 Kundenaktivitäten mit den neuen Produkten. Su: »QorIQ gewinnt in allen Segmenten und Regionen. Wir werden in diesem Jahr noch weitere QorIQ-Produkte vorstellen.«

Geht es um DSPs so fokussiert sich Freescale mit seinen Produkten laut Su auf Infrastruktur-Anwendungen für LTE-Netze, wobei auch Erfolge im WiMAX-Bereich erzielt werden. Su: »Femto- und Picozellen sind sehr wichtige Zielmärkte für unsere DSPs.«

Su erklärt weiter, dass Freecale auch mit seinem MSC-8156-DSP zunehmend Designs gewinnen würde. Dieser DSP ist dank seiner sechs DSP-Kerne und diversen Beschleunigungsschaltungen laut BDTi der leistungsstärkste programmierbare DSP, der derzeit am Markt verfügbar ist. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Freescale mit diesem Produkt bei über 90 Projekten dabei. Su führt aus: »Wir haben weltweit in allen Regionen und bei allen wichtigen Drahtlos-Standards – 3G, WiMAX und LTE – Designs bei den größten Kunden gewonnen. Dabei konnten mehr als 90 Prozent der Design-Wins bei neuen Kunden platziert werden. Damit dürften wir unseren Marktanteil ausbauen.«

Doch nicht nur das Silizium trägt zu Freescales Erfolg im Networking-Bereich bei. Su betont, dass auch die Software von entscheidender Bedeutung sei. Dementsprechend arbeiten mittlerweile mehr als 1000 Software-Entwickler bei Freescale. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat Freescale sechs Akquisitionen durchgeführt, um sein Know-how im Software-Bereich zu vergrößern. Eine der letzten ist VortiQa, in diesem Fall hat Freescale in den Ausbau von Applikations-Software investiert. Wobei auch hier klar ist, dass die Software kein Umsatzträger ist, aber ein wichtiges Differenzierungsmerkmal darstellt, wodurch sich das eigentliche Silizium besser verkaufen lässt. Ob sich mit Software jemals Geld verdienen lässt, will Su nicht kategorisch verneinen, allzu optimistisch ist sie aber dennoch nicht diesbezüglich.