Texas Instruments Mit Jacinto-7-Prozessoren kommt ADAS in die Breite

Für den Einsatz in Fahrerassistenzsystemen und Automotive-Gateways hat TI die Prozessorplattform Jacinto 7 mit erweiterten Deep-Learning-Fähigkeiten und Vernetzungsfunktionen ausgestattet.

Die beiden ersten Automotive-Bausteine der Plattform, nämlich die TDA4VM-Prozessoren für Fahrassistenzsysteme und die DRA829V-Prozessoren für Gateway-Systeme, enthalten spezielle, integrierte Beschleuniger zur Segmentierung und schnelleren Ausführung datenintensiver Aufgaben wie etwa Bildverarbeitung und Deep Learning. Darüber hinaus enthalten die TDA4VM- und DRA829V-Prozessoren einen Functional-Safety-Mikrocontroller, sodass OEMs und Tier-1-Zulieferer mit einem einzigen Chip sowohl sicherheitskritische, gemäß ASIL D zu zertifizierende Aufgaben als auch Komfortfunktionen unterstützen können. Die Tatsache, dass beide Bausteine dieselbe Softwareplattform nutzen, verringert die Systemkomplexität und senkt die Kosten, da Entwickler ihre Software-Investitionen in mehreren Bereichen eines Fahrzeugs nutzen können.

Knappe Energiebudgets? Kein Problem!

Mithilfe von Kamera-, Radar- und Lidar-Daten hilft die ADAS-Technologie den Autos, ihre Umgebung wahrzunehmen und sich auf sie einzustellen. Aufgrund der Menge der in ein Fahrzeug einströmenden Informationen ist es notwendig, Prozessoren oder SoCs für eine schnelle und effiziente, mehrstufige Verarbeitung in Echtzeit heranzuziehen, ohne dabei das Energiebudget des Systems zu sprengen. Da die neuen TI-Prozessoren anspruchsvolle ADAS-Operationen mit nur 5 bis 20 W Leistungsaufnahme verarbeiten, kommen sie ohne aktive Kühlung aus.

Der TDA4VM-Prozessor bietet chipintegrierte Analysefunktionen im Verbund mit der Vorverarbeitung von Sensorsignalen, was der Effizienz des Systems zugutekommt. OEMs und Tier-1-Zulieferer können somit Frontkamera-Anwendungen mit hochauflösenden 8-MPixel-Kameras unterstützen, um die Sichtweite zu steigern und zusätzlich erweiterte Funktionen wie etwa Fahrassistenz anzubieten. Die TDA4VM-Prozessoren können außerdem Signale von gleichzeitig vier bis sechs 3-MPixel-Kameras und gleichzeitig die Signale weiterer Sensorarten wie etwa Radar, Lidar oder Ultraschall auf einem Chip verarbeiten. Dank dieser Multilevel-Fähigkeit kann der TDA4VM als zentraler Prozessor für Fahrassistenzsysteme dienen und bringt zudem die kritischen Features für automatisches Einparken mit. Dazu gehören die Rundumsicht und die Bildverarbeitung für Displays, was die Wahrnehmungsfähigkeiten des Fahrzeugs über volle 360° hinweg aufwertet.

Schnellere Datenautobahn für das softwaredefinierte Auto

Der DRA829V-Prozessor stellt eine nahtlose Integration der Rechenfunktionen für moderne Fahrzeuge dar. Mit zunehmender Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnologie benötigen Automotive Gateways einen flexiblen Prozessor, um mit den wachsenden Datenmengen zurecht zu kommen und die ständig steigenden Anforderungen für Autonomie und vermehrte Konnektivität zu erfüllen. Als erster Prozessor der Industrie verfügt der DRA829V über einen integrierten PCIe-Switch und enthält überdies einen TSN-fähigen Gigabit Ethernet Switch mit acht Ports, um die Voraussetzungen für schnellere, leistungsfähige Rechen- und Kommunikations-Funktionen im gesamten Auto zu schaffen.

In Verbindung mit der Fähigkeit zur Unterstützung von sicherheitskritischen ASIL-D-Operationen als auch von nicht sicherheitskritischen Aufgaben geben diese Rechen- und Kommunikations-Funktionen OEMs und Tier-1-Zulieferern die Möglichkeit zur Unterstützung mehrerer, unterschiedlich kritischer Applikationen in ein und demselben Baustein. Die erhöhte chipinterne Bandbreite befähigt die Entwickler nicht zuletzt dazu, die Entwicklung und Validierung von Software in Fahrzeugen zu koordinieren, was sich in dynamischeren Updates und Upgrades niederschlägt.

Für den sofortigen Start können Entwickler die Jacinto 7 Processor Development Kits nutzen und die neuen Evaluation-Module TDA4VMXEVM und DRA829VXEVM. Vorserien-Exemplare der Prozessoren TDA4VM und DRA8329V sind bei TI erhältlich, Produktionsstückzahlen gibt es voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2020.