Serienfertigung von Phasenwechselspeichern Micron adressiert mit PCMs zunächst Smartphones

Ab sofort fertigt Micron 1-GBit-Phase-Change-Memories (PCMs)in Stückzahlen und zielt damit zunächst auf den Einsatz in Handys ab. »Mit den Phase-Change-Speichern bieten wir eine Alternative für NOR- und SLC-NAND-Speicher mit niedrigen Speicherkapazitäten. Überdies werden diese Speichertypen eigene Märkte kreieren«, ist Philippe Bergé überzeugt, Senior Director Business Development for Wireless von Micron Technology. Im nächsten Schritt visiert er den Embedded-Bereich an.

Der Startschuss für die Massenproduktion von PCM-ICs ist im italienischen Agrate erfolgt, wo Micron in den verbleibenden gut vier Monaten des Jahres 2012 noch »einige Mio. Chips auf 8-Zoll-Wafern für Smartphones fertigen wird«, sagt Bergé. Bereits 2013 will das Unternehmen PCM-Chips zusätzlich auch auf 12-Zoll-Wafern produzieren, vorgesehen sind dann »einige zig Mio. Einheiten, für 2014 planen wir schon hunderte Mio. Stück.«
Neben dem anfangs adressierten Smartphone-Segment (allein 2012 erreicht der in Frage kommende Markt eine Größenordnung von über 600 Mio. Stück) hat Micron auch den Embedded-Markt im Visier: »PCM verbessert die Boot-Zeit, der überschreibbare Speicher vereinfacht die Software-Entwicklung, verbraucht wenig Strom und ist extrem zuverlässig«, versichert Bergé.
Der JEDEC-konforme LPDDR2-PCM-Chip lässt sich wie SLC-NAND (Single-Level-Cell) etwa 100.000 mal überschreiben und ist somit um Längen besser als MLC-NAND (Multi-Level-Cell) mit etwa 3.000 Scheibzyklen bei Strukturbreiten von 30 nm. Derzeit zumindest gehe es aber nicht um den Ersatz von hochkapazitiven NAND-Speichern, sondern eher um eine Ergänzung. Micron hat bereits eigene Hybridsysteme entwickelt, die PCM- und DRAM-ICs in einem Gehäuse kombinieren. Das erhöht die Leistungsfähigkeit und reduziert den Flächenbedarf. PCM hat Bergé zufolge im Vergleich mit NOR- und NAND-Flash zwar »deutliche Verbesserungen« aufzuweisen (möglich ist damit XIP, also execute in place), »aber es kann DRAM als Arbeitsspeicher noch nicht ersetzen«.
Was den Preis für den neuen Speichertyp anbelange, so seien die »Gesamtkosten und die Steigerung der Performance« in die Waagschale zu werfen. Im Übrigen durchliefen die Phase-Change-Speicher die Lernkurve und weil sich auch die Strukturgrößen reduzierten, fallen die Preise pro Bit weiter. »Während andere Speichertechniken mit schrumpfenden Strukturgößen an ihre Grenzen stoßen, lassen sich die PCM-Typen leicht herunter skalieren«, sagt Bergé. Gleichwohl werde Micron die derzeit verwendete 45-nm-Prozesstechnik »mindestens für die nächsten drei Jahre« verwenden, und parallel dazu die F&E-Aktivitäten für geringere Strukturbreiten vorantreiben.