»Wir liefern jetzt innerhalb von sieben Wochen« Maxim reduziert die Lieferzeiten und zentralisiert das Supply Chain Management

Walter Sangalli, Maxim: »Mit unseren regional ausgerichteten Marketing-Teams können wir ermitteln, wo die Anforderungen der Anwender genau liegen und welche Erfordernisse unsere Systeme erfüllen müssen. So können wir schnell die entsprechenden Produkte entwickeln.«
Walter Sangalli, Maxim: »Mit unseren regional ausgerichteten Marketing-Teams können wir ermitteln, wo die Anforderungen der Anwender genau liegen und welche Erfordernisse unsere Systeme erfüllen müssen. So können wir schnell die entsprechenden Produkte entwickeln.«

Tunç Doluca, CEO von Maxim Integrated Products, hat die Marschrichtung vorgegeben: komplette Systeme in kurzer Zeit zu entwickeln und schnell zu liefern. Dazu hat Maxim den Bereich »Worldwide Customer Operations« geschaffen, das Supply-Chain-Management zentralisiert und die Präsenz in den Weltregionen verstärkt.

»Wir haben die Lieferzeit, die vor zwei Jahren noch bei zwölf Wochen lag, bis heute auf sieben Wochen reduziert«, freut sich Walter Sangalli, frisch ernannter Vice President EMEA Sales von Maxim. Er ist einer von insgesamt drei neu ernannten Regional Sales Vice Presidents. Die Verantwortung für Americas Sales und Corporate Distribution hat Jason Green übernommen, H.S. Kim ist Vice President of Korea Sales und Asia Pacific Regional Marketing.

Damit will Maxim die Präsenz in den Regionen weiter verstärken. Vor allem kam es Tunç Doluca darauf an, R&D und die Produktentwicklung enger mit den Bedürfnissen der jeweiligen Märkte zu verknüpfen. »Maxim ist bekannt dafür, technisch erstklassige Produkte zu entwickeln, wir haben sie aber manchmal nicht schnell genug in den Markt gebracht«, hatte Tunç Doluca in einem Interview mit Markt&Technik im März dieses Jahres analysiert.

Das hat sich jetzt geändert. Die Marketing-Teams in den Regionen sind dafür zuständig, die R&D-Anstrengungen - Maxim gibt dafür 23 Prozent vom Umsatz aus - in Roadmaps und Produkte zu übersetzen, die die Anwender in den jeweiligen Regionen benötigen. »Ein typisches Mixed-Signal-System besteht aus 10 bis 20 unterschiedlichen Funktionen, also sind mindestens fünf bis sechs R&D-Teams dafür zuständig«, erklärt Sangalli.

Die Anwender aber benötigten schlussendlich komplette Systeme, beispielsweise zur Motorsteuerung, also käme es darauf an, aus den Building-Blocks der R&D-Teams Systeme und Referenz-Designs zu schmieden, die der Anwender einfach einsetzen kann. »Daran sind die regionalen Design-Teams wesentlich beteiligt«, sagt Sangalli. Gerade die Kunden in Europa stellten ganz besondere Anforderungen, was sich schon aus der Stärke Europas im Maschinenbau und in der Automatisierung ergebe. Hier sind oft Besonderheiten in kleineren Stückzahlen gefragt. »Mit unseren Marketing-Teams können wir ermitteln, wo die Anforderungen genau liegen und welche Erfordernisse unsere Systeme erfüllen müssen. So können wir schnell die entsprechenden Produkte entwickeln - und wir können sie dann innerhalb kurzer Lieferzeiten zur Verfügung stellen. Da behandeln wir einen Kunden, der 1000 Stück abnimmt, nicht anders als einen Kunden aus der Consumer-Industrie, der Millionen von Stück abnimmt«, bestätigt Sangalli. Offenbar war das Team in Europa mit Hauptsitz in Irland bisher recht erfolgreich in dieser Richtung tätig, denn das europäische Team unterstützt in dieser Hinsicht auch das Team in Asien.

Welche Bedeutung Maxim künftig der engen Kundenbeziehung beimisst, zeigt die Berufung von Paul McCambridge auf die neu geschaffene Position des Vice President of Worldwide Customer Operations. Seine neu geschaffene Organisation ist weltweit tätig und kümmert sich um alle Entscheidungen im Bereich des Kundenservice. McCambridge kam von Xilinx, wo er zuletzt die Position des Vice President EMEA bekleidete. 

Dazu passt, dass Maxim über die letzten Jahre auch seine Distributionsstrategie überarbeitet hat und jetzt in Europa überwiegend mit den Avnet-Speedboats Memec und Silica exklusiv kooperiert. Sangalli: »Hier haben wir ebenfalls viel investiert, um unsere Distributionspartner entsprechend zu schulen und ständig auf dem aktuellen Stand zu halten.«

Besonders stolz ist er darauf, dass Maxim die Lieferzeiten drastisch auf sieben Wochen kürzen konnte - und das bei dem umfangreichen Produktspektrum, für das Maxim bekannt ist. Dies gelang über die Kombination verschiedener Maßnahmen: Ausbau der Fertigungskapazitäten, Ausbau der Partnerschaft mit Foundries und durch ein »bedeutendes Investment in die Software, die die Fertigungsabläufe und die Logistik steuert«, so Sangalli.

Derzeit arbeitet Maxim mit drei Foundry-Partnern in Asien zusammen, die die Prozesse von Maxim in ihren Fabs qualifiziert haben und in diesen Prozessen exklusiv für Maxim fertigen. Außerdem lässt Maxim auch bei TSMC produzieren. Der Anteil von TSMC an der Gesamtproduktion liegt bei 8 bis 10 Prozent, der Anteil der strategischen Foundry-Partner - darunter Power-Chip und Seiko Epson - kommt auf 25 bis 27 Prozent, und die restlichen 65 Prozent produziert Maxim in den eigenen Fabs in Oregon, Kalifornien und  Texas. »Damit haben wir jetzt eine hohe Flexibilität in der Fertigung erreicht, zusammen mit den ausgeklügelten und teilweise selber weiter entwickelten Software-Tools können wir Marktentwicklungen und den Bedarf recht gut prognostizieren«, erklärt Sangalli.

Für das Supply Chain Management ist ab sofort Vivek Jain in der Position als Senior Vice President of Manufacturing Operations zuständig. Zuvor arbeitete er 14 Jahre bei Intel, wo er für die Front- und Back-End-Fertigung sowie das Supply-Chain-Management zuständig war. Er berichtet direkt an den CEO Tunç Doluca.