Multi-Gig-Ethernet Marvell kauft Aquantia

Marvells President und CEO, Matt Murphy: »Dies ist eine spannende Kombination von zwei sich sehr ergänzenden Unternehmen, die zusammen mehr bedeuten als die Summe ihrer Teile.«
Will sich mit der Übernahme von Aquantia an die Spitze der Anbieter von Ethernet-Transceivern für Netzwerke setzen, insbesondere fürs Auto: Matt Murphy, President und CEO von Marvell.

Für 452 Mio. Dollar übernimmt Marvell den Spezialisten für Multi-Gig-Ethernet-Controller.

Mit den 2,5G-, 5G- und 10G-PHYs von Aquantia will  Marvell das Portfolio der eigenen PHYs ergänzen, etwa um ein umfassendes Produktspektrum für die Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung im Auto bieten und automatisches Fahren auf Level 4 und 5 realisieren zu können. Dieser Bereich soll sich in den kommenden Jahren geradezu explosionsartig entwickeln. Marvell zitiert Strategic Analytics mit der Prognose, dass die Anzahl der Ethernet-Ports im Auto um durchschnittlich 62 Prozent pro Jahr von 53 Mio. Einheiten 2018 bis 2022 auf 367 Mio. Einheiten zulegen werde.

Laut Matt Murphy, President und CEO von Marvell, will sich Marvell mit der Übernahme an die Spitze der Anbieter von Ethernet-Transceivern für Netzwerke in Autos setzen. Zudem würde das Unternehmen Sektoren im schnell wachsenden Markt für Netzwerkinfrastrukturen vordringen können.

»Marvell und Aquantia teilen die Vision, dass Netzwerke – unabhängig davon, ob sie in autonomen Autos, in Unternehmen oder in der Cloud-Infrastruktur arbeiten – die Grundlage für die schnell wachsende, datengetriebene Wirtschaft treiben werden«, sagt Faraj Aalaei, Chairman und CEO of Aquantia.

Im ersten Quartal 2019 hatte Aquantia einen Verlust von 13,1 Mio. Dollar eingefahren. Der Umsatz lag mit 17 Mio. Dollar 42 Prozent unter dem des vorausgegangenen Quartals und 40 Prozent unter dem des entsprechenden Vorjahresquartals. Faraj Aalaei zeigte sich trotz des schwächer als erwartet ausgefallen Quartals überzeugt, dass Aquantia technisch weiterhin an der Spitze stünde und vom Wachstum im 802.11ax-Markt genauso profitieren werde wie über die Zusammenarbeit mit asiatischen Service-Providers im Sektor der 10G-PON-Designs.

Bereits im Juli 2017 hatte Marvell CPU- und SoC-Spezialisten Cavium für 6 Mrd. Dollar gekauft, um eine starke Position im Netzwerkmarkt einnehmen zu können.