Xilinx Lücken im Produktspektrum gefüllt

Steve Glaser, Xilinx
»Mit den neuen Produkten füllen wir die bestehenden Lücken in unserem Produktspektrum aus.«
Steve Glaser, Xilinx »Mit den neuen Produkten füllen wir die bestehenden Lücken in unserem Produktspektrum aus.«

Xilinx erweitert sein Produktspektrum, besonders im kostengünstigen Bereich. Dazu stellt das Unternehmen Spartan-7-FPGAs, Erweiterungen der Artix-7-Familie und eine Single-Core-Variante von Zynq-7000 vor.

Darüber hinaus hatte Xilinx erst vor kurzem seinen MPSoC „CG“ auf Basis eines 16-nm-Prozesses vorgestellt, bei dem es sich im Vergleich zu den bisherigen MPSoC-Varianten um eine Dual-Core-Version handelt. Steve Glaser, Senior Vice President Corporate Strategy and Marketing von Xilinx: »Wir erweitern also nicht nur im oberen Leistungsbereich, sondern auch am unteren Ende. Damit können wir den kompletten Bereich abdecken.« Spartan-7 basiert auf einem 28-nm-Prozess, die bisherige Spartan-6-Familie hingegen wurde mit einem 45-nm-Prozess gefertigt. Spartan-6-ICs zeichnet sich laut Glaser dadurch aus, dass sie hinsichtlich Kosten pro IO nicht zu schlagen sind. Spartan-7 zeichnet sich durch eine höhere Leistungsfähigkeit und zusätzlichen Safety- und Security-Funktionen aus. Mit Spartan-7-FPGAs können Entwickler laut Glaser eine sehr kosteneffiziente Lösung für Konnektivitätsprobleme realisieren, egal ob es sich um Legacy- oder vollkommen neue Schnittstellen handelt. Sie ermöglichen aber auch die Realisierung von Anwendungen wie Sensorfusion und genaue Motorsteuerungen und zeichnen sich dabei durch »die höchste Performance pro Watt im kompaktem Formfaktor aus«, so Glaser weiter.

Die neuen Artix-7-Bausteine zeichnen sich laut Glaser durch die Best-in-Class-Bandbreite für die Bildverarbeitung in Multisensor-Embedded-Vision-Systemen aus – mit größerer Leistungs-Effizienz bei geringen Dichten. Und die neuen Zynq-7000 All Programmable SoCs als Single-Core-Variante stellen einen kostengünstigen Einstieg in eine skalierbare, ARM-Prozessor-basierte Zynq-7000-All-Programmable-SoC-Plattform dar. Glaser: »Diese SoCs ermöglichen kostenoptimierte Single-Chip-Lösungen für Analysefunktionen und Cloud-Konnektivität. Dabei wird über das gesamte Portfolio hinweg ein Multi-Layer-Ansatz für Safety und Security eingesetzt, einschließlich Prozessor-getriebenem Secure Boot und der neuesten Generation von Bitstream-Verschlüsselung und -Authentifizierung, um die wachsenden Forderungen-nach Cybersecurity im IoT-Bereich zu erfüllen.«

Glaser weiter: »ASSPs sind nur über Software programmierbar. Bei uns sind Software, Hardware und IOs programmierbar. Deshalb wählen genau die Entwickler unsere Produkte, die sich differenzieren wollen.« Auch Kunden, die mit einem Mikrocontroller zufrieden sind, sollten dabei bleiben. MCUs böten zwar keine große Differenzierungsmöglichkeit, aber sie stellten eine einfache und kostengünstige Methode zur Realisierung von Systemen dar.

Samples der Spartan-7-Bausteine sowie Produktions-Stückzahlen der Zynq-7000S-Bausteine werden ab dem ersten Quartal 2017 ausgeliefert. Die komplett neue Spartan-7-Familie, wie auch die neuem Artix-7-FPGAs und die Zynq-7000S-Bausteine werden von der kostenlos verfügbaren „Vivado Design Suite WebPACK Edition“ unterstützt.

Vision-Systeme

Der Markt mit Vision-Systemen ist für Xilinx ein wichtiger Wachstumsmarkt. Innerhalb dessen spielt die Automotive-Industrie eine gewichtige Rolle, denn 40 Prozent des Umsatzes mit Vision-Systemen erzielt Xilinx im Automotive-Markt. Glaser: »In fünf Jahren wird dieser Anwendungsbereich auf 4 Mrd. Dollar gewachsen sein.« Dank der Echtzeitfähigkeit der Xilinx-FPGAs kommt das Unternehmen laut Glaser auf einen Marktanteil von über 30 Prozent bei ADAS-Systemen, nur Mobileye ist im Automotive-Markt mit Vision-Systemen noch größer. Das könnte sich aber zugunsten von Xilinx ändern, denn zum einen fehlt Mobileye die Programmierbarkeit, zum anderen ist Xilinx »der einzige Hersteller, der Sensorfusion, Connectivity und Vision-Processing kombinieren kann und gleichzeitig noch die Möglichkeit zur Differenzierung bietet.« Die Zynq-Plattform ist seiner Aussage nach hervorragend für Embedded-Vision-Systeme geeignet, denn das ARM-Prozessorsubsystem ermöglicht eine Analyse in Echtzeit. Safety- und Security-Funktionen sind integriert.

60 Prozent des Vision-Kuchens sind industrielle Anwendungen, Drohnen, medizinische Geräte etc. Laut Glaser ist Xilinx auch hier sehr gut positioniert. Und dieser Markt soll noch deutlich zulegen. Glaser: »Prognosen gehen davon aus, dass Vision-Systeme außerhalb des ADAS-Bereichs von derzeit gut 100 Mrd. auf rund 350 Mrd. Dollar bis 2020 wachsen wird.«