IHS iSuppli Lagerbestände der Halbleiterindustrie erreichen bedenkliches Niveau

IHS iSuppli malt den Teufel an die Wand: Die Lagerbestände, die derzeit bei den Halbleiterherstellern in den Kellern lägen, seien im zweiten Quartal 2011 auf ein Niveau gestiegen, das zuletzt kurz vor dem letzten Abschwung Anfang 2008 so zu sehen war.

Laut der Analysten ist die Lagerreichweite Ende des zweiten Quartals mit 83,4 Tagen ungewöhnlich hoch – aus dem ersten Quartal 2008 stammt der letzte Rekordwert: 83,1 Tage. Im ersten Quartal 2011 betrug die Lagerreichweite noch 79,9 Tage. Die Reichweite im zweiten Quartal ist auch das erste Mal seit 12 aufeinander folgenden Quartalen wieder über die 80-Tage-Grenze gesprungen. Laut Sharon Stiefel, Semiconductor Analyst bei HIS, liegt der Lagerbestand um 11 Prozent höher als im Durchschnitt. Stiefel weiter: »Im ersten Quartal 2008 lag der Lagerbestand um 11,1 Prozent höher als im Durchschnitt, der Start eines zweijährigen Abschwungs in der Halbleiterindustrie.«

Stiefel erwartet, dass die Halbleiterhersteller jetzt erst einmal damit beschäftigt sein werden, die Lagerbestände wieder zu korrigieren. Diese Phase dürfte ein paar Quartale dauern, vor Mitte nächsten Jahres sei sie sicher nicht abgeschlossen.

Die Prognose für den Halbleiterumsatz im dritten Quartal wurde aufgrund verschiedener Indikatoren reduziert. Ein Grund besteht beispielsweise darin, dass mittlerweile ein Wachstum des US-GDP von 1,7 Prozent erwartet wird, also deutlich weniger als die 3,0 Prozent vom letzten Jahr. Ein weiterer Grund ist natürlich das grundsätzlich geringere Wachstum des gesamten Halbleitermarkts, das IHS mittlerweile prognostiziert. War das Marktforschungsunternehmen im August dieses Jahres noch von einem Plus von 4,6 Prozent ausgegangen, sollen heute nur noch 2,9 Prozent Wachstum möglich sein. Diese Prognose geht Hand in Hand mit der Tatsache, dass auch viele Halbleiterhersteller die Prognose für ihren Umsatz im dritten Quartal nach unten korrigiert haben.