Erdbeben in Japan Kaum direkte Auswirkungen auf IC- und LCD-Produktionen

Welche Auswirkungen die Katastrophe in Japan auf die Elektronikindustrie weltweit nehmen könnte, ist noch unklar. Hier ein kurzer Überblick über die Anteile japanischer Hersteller in wichtigen Marktsektoren.

  • Japan hat 2010 laut dem Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli Elektronikgeräte im Wert von 216,6 Mrd. Dollar hergestellt, was einem Anteil von 13,9 Prozent an der Weltproduktion entspricht.
  • Die japanische Produktion von Konsumelektronik-Geräten erreichte 2010 einem Anteil von 16,5 Prozent am Weltmarkt, der Anteil der Geräte für die Datenverarbeitung 10,2 Prozent.
  • Die japanischen Halbleiterhersteller erzielten 2010 nach Angaben von IHS iSuppli einen Umsatz von 63,3 Mrd. Dollar, was einem Weltmarktanteil von 20,8 Prozent entspricht. Nicht alles, was in diesen Umsatz eingeht, fertigten die Hersteller in Japan, laut IHS iSuppli dürfte aber der überwiegende Teil aus japanischen Werken kommen.
  • Die Analysten von IHS iSuppli gehen im Moment davon aus, dass das Erdbeben und der Tsunami eher geringe direkte Auswirkungen auf die Halbleiter-Produktionsanlagen genommen hätten, allerdings könnten die Hersteller Schwierigkeiten haben, die Rohstoffe geliefert zu bekommen und ihrerseits die ICs auszuliefern. Deshalb könnte es laut IHS iSuppli über die kommenden zwei Wochen zu Lieferengpässen kommen.
  • Gemessen an der Wafer-Produktion beträgt der japanische DRAM-Anteil weltweit 10 Prozent. Die beiden größten DRAM-Fabs in Japan – betrieben von Micron und Elpida – sind vom Erdbeben nicht direkt betroffen.
  • Der weltweite Anteil japanischer Firmen am NAND-Flash-Speicher-Umsatz – hier dominiert Toshiba – liegt gemessen am Umsatz bei 35 Prozent. Inzwischen sind die Preise für NAND-Flash-Chips bereits angestiegen.
  • Im Sektor der großen LCD-Bildschirme (10 Zoll und größer) hielten japanische Hersteller 2010 einen Anteil von 6,2 Prozent am Weltmarkt von insgesamt 86,3 Mrd. Dollar.
  • Der japanische Anteil an TV-LCDs erreichte 2010 rund 14 Prozent. Die japanischen Hersteller haben sich besonders auf die Fertigung von LCDs in den neusten Techniken spezialisiert, Sharp betreibt in Japan die erste und einzige LCD-Produktion der zehnten Generation. Laut IHS iSuppli ist dieses Werk vom Erdbeben nicht direkt betroffen, nur eine einzige große LCD-Fab befinde sich in einer Region, aus der Auswirkungen des Erdbebens vermeldet werden, allerdings nur geringe.
  • Größere Auswirkungen könnte die Katastrophe auf die Komponenten zur Fertigung von Bildschirmen nehmen. Japanische Unternehmen produzieren einen sehr hohen Anteil an Glas, Farbfiltern, Polarisierer, CCFLs (Cold Cathode Fluorescent Lamps) und LEDs, die für den Einsatz in LCD-Bildschirmen bestimmt sind.