Tsinghua Unigroup Japanischer DRAM-Spezialist hilft China

Die chinesische Tsinghua Unigroup hat den ehemaligen CEO von Elpida Memory als Senior Vice President gewonnen.

Der heute 72-jährige Yukio Sakamoto übernimmt auch die Führung der japanischen Tochter der Tsinghua Unigroup. »Damit unterstreichen wir unsere Strategie, lokal zu wachsen und global zu expandieren. Zudem wird Mr. Sakamoto unsere Innovationkraft erhöhen«, sagt Zhao Weiguo, CEO der Tsinghua Unigroup.

Die Tsinghua Unigroup will sicherlich auch von den Verbindungen des erfahrenen japanischen Halbleitermanagers Yukio Sakamoto profitieren, der unter anderem auch bei Kobe Steel und Texas Instruments gearbeitet hatte. Elpida Memory hatte er seit der Gründung im Jahr 2002 bis 2013 geführt.

Der DRAM-Spezialist  war aus dem Zusammenschluss der Speicher-IC-Einheiten von Hitachi und NEC entstanden und hatte später auch die DRAM-Einheit von Mitsubishi übernommen. 2008 hatte Elpida eine technische Kooperation mit Qimonda vereinbart, von einer Beteiligung und sogar von einem möglichen Kauf Qimondas durch Elpida war damals die Rede. Qimonda meldete Anfang 2009 Insolvenz an und auch Elpida überlebte die Wirtschaftskrise und den Preisverfall für Speicher-ICs nicht, wurde 2012 insolvent und 2013 von Micron übernommen. Micron zu übernehmen hatte sich 2015 auch die Tsinghua Unigroup vorgenommen, war aber an amerikanischen Sicherheitsbedenken gescheitert.

Im August hatte die Tsinghua Unigroup einen Vertrag mit der Regierung von Chongqing geschlossen, in dessen Rahmen ein R&D-Center und eine Fab für die Fertigung von DRAMs gebaut werden. 2021 sollen die Bauarbeiten auf dem Gelände in Chongqing’s Liangjiang New Area, beginnen. Damit will sich China von Importen etwas unabhängiger machen.

Eigentlich hätte die chinesische Fujian Jin Hua Integrated Circuit Company (JHICC) Ende 2018 die Fertigung von DRAMs aufnehmen sollen. Dazu wurden 5,3 Mrd. Dollar in den Bau einer DRAM-Fab investiert. Die DRAM-Prozess-Technik hatte JHICC mit Hilfe der taiwanischen Foundry UMC entwickelt. Dann hatte Micron JHICC verklagt, weil das Unternehmen DRAM-Designs gestohlen haben soll, das Handelsministerium in Washington setzte das Unternehmen auf die »Entity List«, was bedeutet, dass  US-Firmen ohne spezielle Lizenzen nicht an JHICC liefern dürfen. Deshalb hat das Unternehmen die Fertigung von DRAMs bisher offenbar nicht wie geplant aufgenommen.

Als einzige chinesische DRAM-Firma bleibt deshalb Innotron übrig, die Ende des Jahres die Produktion von 8-Gb-Typen aufnehmen will. Um sich von Einfuhren möglichst unabhängig zu machen, wie es die chinesische Regierung plant, dürfte das für China zu wenig sein.