Historischer Marktvergleich Intel, TI und Toshiba beweisen konstante Stärke

IC Insights hat eine Liste aufgestellt, in der die zehn größten Halbleiterunternehmen im Fünfjahresrhythmus seit 1985 aufgeführt sind. Drei Namen tauchen seit dieser Zeit immer auf: Intel, TI und Toshiba – auf den restlichen sieben Plätzen herrscht ein ständiger Wechsel.

1985 belief sich der gesamte Halbleitermarkt auf gerade einmal 23,3 Mrd. Dollar, 60 Prozent davon entfielen auf die zehn größten Halbleiterhersteller. NEC war damals mit einem Umsatz von 2,1 Mrd. Dollar und einem Marktanteil von knapp 10 Prozent die Nummer 1 im Markt. Damals waren noch vier weitere japanische Unternehmen unter den Top-Ten der Halbleiterindustrie zu finden: Hitachi, Toshiba, Fujitsu und Matsushita.

1990 konnten die Japaner ihre Dominanz sogar noch ausbauen: Mit NEC, Toshiba und Hitachi belegten drei japanische Unternehmen die ersten drei Plätze im weltweiten Ranking, außerdem ergatterte mit Mitsubishi noch ein sechstes japanisches Unternehmen die Rangliste der zehn größten Halbleiterhersteller. Diese Dominanz einer Region hat es danach nie mehr gegeben. Das Marktvolumen hatte sich im Vergleich zu 1985 mehr als verdoppelt, wobei 59 Prozent des Volumens auf die Top Ten der Branche entfielen.

1995 war die Dominanz der Japaner gebrochen, Intel hatte NEC vom ersten Platz verdrängt und auch sonst waren nur noch drei japanische Unternehmen zu finden. Intel war übrigens bereits seit 1993 der weltweit größte Halbleiterhersteller und diesen Platz hat der Prozessorhersteller seit damals auch nicht mehr hergegeben. Im 1995-Ranking sind dann auch erstmalig zwei koreanische Unternehmen zu finden. Dagegen spielte Europa in diesem Jahr überhaupt keine Rolle im Ranking. Philips, der 1985 noch den 7. und 1990 noch den 9. Platz belegte, war 1995 aus der Liste herausgefallen. Im Vergleich zu 1990 war der gesamte Halbleiterumsatz um über 280 Prozent auf 154 Mrd. Dollar gestiegen, die Top Ten hielten aber nur noch 56 Prozent vom Markt.

Das Boom-Jahr 2000 brachte im Gegensatz dazu »nur« einen Umsatzsprung von etwas mehr als 141 Prozent gegenüber 1995, was einem Gesamtvolumen von 218,6 Mrd. Dollar entsprach. Gleichzeitig schrumpfte der Einfluss der zehn größten Player im Halbleitermarkt auf unter 50 Prozent Marktanteil. Intel allerdings konnte seine Marktposition deutlich ausbauen. Der Umsatz des Chip-Herstellers betrug damals 29,7 Mrd. Dollar, was gut 13 Prozent des Gesamtmarktes entsprach. Auch der Abstand zur Nummer 2 im Markt – Toshiba - war deutlich vergrößert worden. 2000 war das Jahr, in dem immerhin drei europäische Halbleiterhersteller im Ranking der größten Player auftauchten.

2006 wiederum hat Samsung den zweiten Platz im Ranking belegt. NEC hingegen war vom ersten Platz in 1990 auf den mittlerweile 10 Platz abgerutscht, kurze Zeit später fiel das Unternehmen komplett aus dem Ranking raus. 2006 konnten die zehn größten Halbleiterhersteller nur noch 45 Prozent des Halbleitervolumens, das mittlerweile 264,6 Mrd. Dollar betrug, auf sich verbuchen.

2011 führt IC Insights erstmals fünf amerikanische Hersteller im Ranking der Top Ten, Europa ist nur noch mit ST vertreten, aus Japan und Korea kommen jeweils zwei Firmen – Toshiba und Renesas beziehungsweise Samsung und Hynix. Dass TSMC im Ranking nicht auftaucht, liegt nicht am Umsatzvolumen der Foundry - der beträgt nämlich in diesem Jahr voraussichtlich 14,7 Mrd. Dollar, was dem dritten Platz im Ranking entspräche -, sondern daran, dass dann Umsätze doppelt gezählt werden würden. IC Insights prognostiziert für dieses Jahr einen Umsatz von 321 Mrd. Dollar, also deutlich mehr als die 302 Mrd. Dollar, die von den meisten anderen Marktforschungsunternehmen zu hören sind. Für dieses Jahr soll der Anteil der zehn größten Halbleiterhersteller aber wieder auf 52 Prozent ansteigen.

Dass es nur drei Unternehmen geschafft haben, jedes Mal im Ranking vertreten zu sein, liegt zum Teil sicherlich an den massiven Umstrukturierungen im Markt. So hatten 1999 Hitachi und NEC ihr DRAM-Geschäft in Elpida zusammengeführt. 2001 wiederum wurde Hyundai zu Hynix, nachdem die Halbleiteraktivitäten mit LG verschmolzen worden sind. 2003 kam der Merger zwischen Hitachi und Mitsubishi, wodurch Renesas Technology entstand. 2004 gliederte Motorola seine Halbleiter-Division als Freescale Semiconductor aus. Das gleiche passierte 2006, als Philips Semiconductor zu NXP Semiconductors wurde und seit dem als eigenständiges Unternehmen am Markt agiert. Und schlussendlich noch der Merger zwischen NEC Electronics und Renesas Technology, der 2010 zum neuen Mitspieler Renesas Electronics führte.