Trotz Umsatz- und Gewinnsteigerung Intel streicht 12.000 Jobs

Intel wird sich zur Entwicklung von Lösungen aktiv in die EEBus Initiative e.V. einbringen.
Intel wird sich zur Entwicklung von Lösungen aktiv in die EEBus Initiative e.V. einbringen.

Intel hat im ersten Quartal einen Umsatz von 13,7 Mrd. Dollar (am unteren Ende der eigenen Prognose) und einen Nettogewinn von 2,0 Mrd. Dollar erzielt. Trotzdem kündigte das Unternehmen an, dass es 12.000 Stellen streicht, um sich schneller vom schwächelnden PC-Geschäft zu lösen.

Das heißt, dass bis Mitte 2017 11 Prozent der Belegschaft bei Intel gehen müssen. Die meisten von ihnen sollen innerhalb der nächsten 60 Tage informiert werden. Das kostet Intel natürlich einiges: Das Unternehmen rechnet im zweiten Quartal mit einem einmaligen Sonderaufwand von 1,2 Mrd. Dollar. In dem Gesamtjahr sollen dadurch aber wiederum 750 Mio. Dollar eingespart werden. Greifen die Sparmaßnahmen vollständig (ab Mitte 2017), sollen jährlich Einsparungen in Höhe von 1,4 Mrd. Dollar möglich sein.

Intel will mit der jetzt angekündigten Restrukturierung den Wandel beschleunigen, mit dem Intel vom Hersteller von PC-Prozessoren zu einem Hersteller wird, der die Intelligenz für die Cloud und die Mrd. von IoT-Endgeräten liefert. Die Geschäfte im Data-Center-Bereich und im IoT-Segment stellen die wichtigsten Wachstumstreiber für Intel dar, dazu kommen noch Speicher und FPGAs. Im letzten Jahr haben sie laut Krzanich für ein Umsatzwachstum in Höhe von 2,2 Mrd. Dollar gesorgt, so dass sie jetzt für 40 Prozent des Umsatzes, und viel wichtiger noch, für den Großteil des Betriebsgewinns stehen. Durch die Restrukturierung könne das Unternehmen seine Investitionen aussschließlich in die die Wachstumssegmente stecken, sprich auf die Bereiche Data Center, IoT, Speicher und Connectivity und zusätzlich auch Teilbereiche wie 2-in-1s, Gaming und Home-Gateways ausweiten.

Gewinn übersteigt die 2-Mrd.-Dollar-Grenze

Die 13,7 Mrd. Dollar Umsatz entsprechen im Jahresvergleich einem Zuwachs von 7 Prozent. Der Nettogewinn von 2,0 Mrd. Dollar liegt 3 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Betriebsgewinn mit 2,6 Mrd. Dollar liegt um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Unternehmen hat rund 4,0 Mrd. Dollar liquide Mittel aus dem operativen Geschäft generiert, Dividenden in Höhe von 1,2 Mrd. Dollar bezahlt und für 793 Mio. Dollar Aktien zurückgekauft. Die Bruttomarge wird mit 59,3 Prozent beziffert und somit leicht unter dem Vorjahreswert (60,5 Prozent). Ausgaben für R&D und M&A lagen im ersten Quartal bei 5,5 Mrd. Dollar, im Vorjahr bei 4,9 Mrd. Dollar.

Im ersten Quartal hat Intel erstmals die Zahlen auf die einzelnen Business-Groups veröffentlicht. Und so haben sich die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelt:

  • Der Umsatz der Client Computing Group beläuft sich auf 7,5 Mrd. Dollar. Sequentiell entspricht das einem Minus von 14 Prozent, im Jahresvergleich ein Plus von 2 Prozent.
  • Der Umsatz der Data Center Group beträgt 4,0 Mrd. Dollar, 7 Prozent weniger als im letzten Quartal und 9 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor.
  • Die Internet of Things Group erzielt einen Umsatz in Höhe von 651 Mio. Dollar, 4 Prozent mehr als im letzten Quartal und sogar 22 Prozent über dem Vorjahreswert.
  • Die Non-Volatile Memory Solutions Group erzielt einen Umsatz von 557 Mio. Dollar, 15 Prozent unter dem letzten Quartal und auch 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.
  • Die Intel Security Group erreicht einen Umsatz in Höhe von 537 Mio. Dollar. Das entspricht einem 5-prozentigen Plus gegenüber dem vorherigen Quartal und einem Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • Die Programmable Solutions Group (ehemals Alter) hat einen Umsatz von 359 Mio. Dollar erzielt, (99 Mio. Dollar Umsatz sind wegen Anpassungen durch die Übernahme von Altera nicht enthalten).

Stacy Smith, jetzt noch CFO von Intel, bald aber für die Leitung von Vertrieb, Fertigung und laufenden Betrieb zuständig, weist darauf hin, dass die Bereiche Data Center, IoT, Security und Programmable Solutions, also ehemals Altera, wachsen und dabei helfen, den schwachen PC-Markt auszugleichen.

Für das zweite Quartal erwartet Intel einen Umsatz von 13,5 Mrd. Dollar ±500 Mio. Dollar, für das Gesamtjahr senkt das Unternehmen seine Prognose und geht jetzt nur noch von einem Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich aus.