Wegen China Intel senkt Jahresprognose

Bob Swan, CFO und Interim-CEO von Intel: »Wir heben die Jahresprognose um 6 Mrd. Dollar auf über 71 Mrd. Dollar an.«
Bob Swan, CEO von Intel: »Wir beurteilen das Jahr 2019 vorsichtiger als bisher, auch wenn wir damit rechnen, dass sich die Marktbedingungen in der zweiten Jahreshälfte verbessern werden.«

Intel geht von einer Belebung des Geschäfts in der zweiten Jahreshälfte aus, senkt aber die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr anlässlich der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse.

Wie kurz zuvor TSMC und STMicroelectronics rechnet auch Intel damit, dass sich der Markt für Halbleiter in der zweiten Jahreshälfte wieder etwas erholen werde. Trotzdem beurteilt Bob Swan, CEO von Intel, das Jahr 2019 mit Vorsicht. Deshalb senkt er die Umsatzerwartung für dieses Jahr von 71,5 Mrd. Dollar auf 69 Mrd. Dollar. Insbesondere China würde weniger Chips abnehmen als erwartet, die Nachfrage könnte noch über das ganze Jahr schwach bleiben.

Der Umsatz im ersten Quartal 2019 erreichte mit 16,1 Mrd. Dollar praktisch das Niveau des Vorjahres. Für das zweite Quartal rechnet Intel mit 15,6 Mrd. Dollar, die Börse hatte über 1 Mrd. Dollar mehr erwartet.  Diese Zahlen und der Ausblick für das Gesamtjahr ließen den Kurs der Aktien von Intel zunächst um über 7 Prozent nach unten rutschen.

Im ersten Quartal  fiel der Umsatz im datenzentrischen Geschäft um 5 Prozent auf 7,4 Mrd. Dollar, der Umsatz im PC-Umfeld kletterte um 4 Prozent auf 8,6 Mrd. Dollar.  

Der Umsatz der Data Center Group ging um 6 Prozent auf 4,9 Mrd. Dollar zurück, das Geschäft mit Speicher-ICs fiel um 12 Prozent auf 915 Mio. Dollar, das der Programmable Solutions Group um 2 Prozent auf 486 Mio. Dollar. Dagegen sprang der Umsatz von Mobileye um 38 Prozent aus 209 Mio. Dollar, die Internet of Things Group legte um 8 Prozent auf 910 Mio. Dollar zu.

Wenig neues war zum Ausgang des Patentstreits zwischen Apple und Qualcomm zu erfahren, die sich kürzlich überraschend geeinigt hatten. Daraufhin hatte Intel bekannt gegeben, aus dem Geschäft mit Smartphone-Modems auszusteigen. Die Entscheidung hatte Bob Swan damit begründet, dass ein profitables Geschäft für Intel in diesem Markt nicht möglich gewesen sei. Laut Swan werde Intel aber 4G-Modems in diesem Jahr weiter liefern, wie Reuters berichtet.