Noch herrscht Freude Intel mit Rekordumsatz - und Quartalsverlust

Brian Krzanich, Intel: »Mit der Übernahme werden wir die Kraft von Moore´s Law in Produkte umsetzen, die nicht nur besser sind, sondern auch ganz neue Aufgaben übernehmen können.«
CEO Brian Krzanich freut sich: »2017 war ein Rekordjahr angetrieben von starkem Wachstum in unserem Geschäft mit Rechenzentren.« Welche Auswirkungen Meltdown und Spectre haben werden, steht noch in den Sternen.

2017 hat Intel den Umsatz um 6 Prozent auf 62,8 Mrd. Dollar gesteigert. Trotzdem fiel im 4. Quartal ein Verlust an. Allerdings nicht wegen der Sicherheitslücken.

Denn der Verlust im vierten Quartal von 678 Mio. Dollar – im Vorjahreszeitraum waren es noch 3,6 Mrd. Dollar Gewinn –  ist alles andere als ein Beinbruch, sondern allein auf die US-Steuerreform zurückzuführen. Sie erfordert eine einmalige Abschreibung von 5,4 Mrd. Dollar, insbesondere weil Abgaben auf im Ausland geparktes Vermögen fällig werden. Grundsätzlich begrüßt Intel die Steuerreform, die Aktie von Intel kletterte im nachbörslichen Handel um 4 Prozent.

Die Verluste sind also keineswegs auf die Probleme um Meltdown und Spectre zurückzuführen. Dazu äußerte sich Intel auch nur verhalten: Im Quartalsbericht sind die  bereits bekannten Sammelklagen erwähnt und das Unternehmen warnt in seinem Geschäftsausblick vor negativen Folgen für Kundenbeziehungen und Reputation.

Doch zu Ende des vergangenen Quartals war davon noch nichts zu hören: Der Umsatz im vierten Quartal legte noch einmal um 4 Prozent auf 17,1 Mrd. Dollar zu. »2017 war ein Rekordjahr angetrieben von starkem Wachstum in unserem Geschäft mit Rechenzentren«, freute sich Konzernchef Brian Krzanich.
Im Kerngeschäft mit klassischen Computerchips tut sich Intel zwar wegen der sinkenden PC-Nachfrage schwer. Zuletzt gelang es aber gut, die Schwäche durch andere Sparten wettzumachen. Dennoch drückte die hohe Abschreibung den Jahresgewinn um 7 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar.