5G-Chips Intel kooperiert mit Mediatek

Intel und Mediatek wollen geeinsam 5G in PCs, Laptops und Edge-Geräte bringen.
Intel und Mediatek wollen gemeinsam 5G in PCs, Laptops und Edge-Geräte bringen.

Intel wird auf dem Gebiet der 5G-Chips künftig mit der taiwanischen Mediatek zusammen arbeiten. Erste Kunden werden HP und Dell sein.

Dies gaben Intel und Mediatek auf der ChinaJoy in Taipeh bekannt. Die 5G-Modems, die beide Firmen gemeinsam entwickeln wollen, zielten auf den Einsatz auf Geräte im Haus sowie auf mobile Geräte ab, sagte Joe Chen, President von Mediatek. Das Unternehmen gilt als die Nummer 2 nach Qualcomm unter den Herstellern von ICs für tragbare Geräte.

Im ersten Schritt wird Intel innerhalb der Partnerschaft die 5G-Spezifikationen für die Produkte zum Einsatz in Laptops erstellen. Außerdem kümmert sich Intel um die Entwicklung der Platform-Level-Hardware und die Integration der Software. Mediatek wird für die Entwicklung und Fertigung der 5G-Modems verantwortlich sein.

Beide Unternehmen arbeiten mit Fibocom an der Entwicklung der M.2-Module für die Integration in die Client-Platforms von Intel. Fibocom ist für die Zertifizierungsprozesse sowie für die Fertigung der M.2-Module, den Verkauf und Distribution zuständig.

Zuvor hatte Intel im Sektor der 5G-Chips mit der chinesischen Unisoc kooperiert, die Zusammenarbeit endete aber Anfang dieses Jahres aufgrund des Handelsstreits zwischen China und den USA. Intel hatte das eigene Geschäft mit 5G-Modems für 1 Mrd. Dollar an Apple verkauft.

Laptops, die sich ins 5G-Netz einbinden lassen, sollen über die nächsten zwei Jahre auf den Markt kommen. Die Hersteller versprechen sich dadurch einen neuen Aufschwung für den derzeit schwächelnden PC-Markt. Laut Gartner wird der PC-Markt in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen.

Intel macht nicht nur der rückläufige PC-Markt zu schaffen, das Unternehmen hat schon seit dem vergangenen Jahr mit massiven Fertigungsproblemen zu kämpfen, so dass die Kunden weniger Prozessoren erhalten, als sie eigentlich benötigten. Es wird damit gerechnet, dass Intel die Probleme erst im Laufe des ersten Halbjahres 2020 beheben kann. So lange werden die Anwender mit den Lieferschwierigkeiten von Intel leben müssen. Davon profitiert Wettbewerber AMD, der derzeit Marktanteile gewinnt.

Mediatek, Qualcomm und die Huawai-Tochter Hisilicon sind derzeit die einzigen Unternehmen, die Chips für 5G-Modems fertigen können. Unisoc, eine Tochter der Tsinghua Unigroup, plant die Produktion von 5G-Chips ab der zweiten Hälfte 2020 aufzunehmen. Apple will nach der Übernahme der 5G-Einheit von Intel ebenfalls eigene 5G-Chips entwickeln.
 
China und die USA liefern sich derzeit ein Wettrennen um die Vorherrschaft im 5G-Markt. Denn die neue Technik gilt als die Voraussetzung, um die neusten Kommunikationssysteme aufbauen zu können, ohne die weder moderne Industrieproduktionen noch Infrastrukturen wie Verkehr und Energie funktionieren. Auch für den militärischen Bereich ist 5G wesentlich.

Aufgrund der Rivalität zwischen China und den USA beschleunigt sich die Einführung von 5G, wovon unter anderem Mediatek profitiert. Das erste 5G-Chipset will das Unternehmen schon Ende des Jahres fertig entwickelt haben, schneller als ursprünglich beabsichtigt, und mit Qualcomm gleichziehen. Erste Smartphones werden voraussichtlich im ersten Quartal 2020 auf den Markt kommen.