Mehr Umsatz, mehr Investitionen Infineon setzt Ziele nach oben

Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG
Hat die Unternehmensziele deutlich heraufgesetzt: Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG

So dynamisch ist das Wachstum, dass Infineon die Umsatzziele anhebt und die Investitionen weiter nach oben schraubt.

Und zwar deutlich über die bereits bekannt gegebenen Investitionen für den Bau der neuen Fab in Villach hinaus: Infineon geht also von einem noch lange anhaltenden Aufschwung aus. Derzeit gebe es keine Anzeichen für eine Eintrübung. Daran könnten auch protektionistische Maßnahmen wenig ändern, die derzeit im Gespräch sind, erklärte ein Unternehmenssprecher im Interview mit Markt&Technik. »Zudem hat die Politik hierzulande die strategische Bedeutung der Halbleiter erkannt, das sorgt für zusätzlichen Rückenwind.«  

15 % Investitionsquote plus 700 Mio. Euro und mehr

Im einzelnen wird Infineon die Investitionsquote pro Jahr von derzeit 13 Prozent auf 15 Prozent steigern – und setzt noch ein Sonderpaket oben drauf: Es besteht aus 700 Mio. Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren plus einem weiteren niedrigen dreistelligen Millionenbetrag über einen unbestimmten Zeitraum. Der Börse gefiel die erfreuliche Ad-hoc-Pflichtmeldung: Am Freitag legt der Kurs um 2,5 Prozent zu.

In den 700 Mio. Euro sind ein Teil der Investitionen von 1,6 Mrd. Euro für den Bau der neuen 300-mm-Fab in Villach enthalten, so dass rund 50 Prozent der 700 Mio. Euro dorthin fließen dürften. »Außerdem platzen wir an unseren Front-End-Standorten  aus allen Nähten, überall wird investiert«, sagte der Unternehmenssprecher. Ein Beispiel dafür sei der Transfer der 150- und 200-mm-Prozesse nach Kulim.

Denn die Zielmärkte, die Infineon anvisiert – Automobil-, Industrie-, IoT- und Sicherheitsanwendungen – versprechen dauerhaftes Wachstum. »Elektromobilität, erneuerbare Energien, Fertigungsautomatisierung, Rechenzentren sowie eine stetig steigende Zahl batteriebetriebener, vernetzter Endgeräte« seien die treibenden Trends dahinter, wie Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands von Infineon erklärt.

Plus 10 % Umsatz 2019, 9 % in den Folgejahren

Konkret erwartet Infineon 2019 ein Umsatzplus von 10 Prozent, in den Folgejahren von 9 Prozent (bisher war man von 8 Prozent ausgegangen). Voraussetzung ist, dass der Euro/Dollarkurs bei etwa 1,20 liegt.

»Mitte des kommenden Jahrzehnts wird nach derzeitiger Planung mehr als die Hälfte der von Infineon produzierten Leistungshalbleiter auf 300-mm-Wafern (in Dresden/Deutschland und Villach/Österreich) gefertigt werden. Dies wird uns helfen, unsere Profitabilität trotz erhöhter Abschreibungen weiter zu verbessern«, erläutert Ploss.

Denn die Investitionen erhöhen die  Abschreibungen auf Sachanlagevermögen relativ zum Umsatz um rund 3 Prozentpunkte. Weil Infineon aber den Anteil der kosteneffizienten 300-mm-Fertigung ebenfalls steigert, soll die Brutto-Marge auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2018 gehalten werden. Darüber hinaus plant Infineon, die durchschnittliche Segmentergebnis-Marge vom derzeitigen Zielwert von 17 Prozent durch unterproportionalen Funktionskostenaufbau sukzessive zu erhöhen. Perspektivisch soll sie also oberhalb von 17 Prozent liegen. Die Vertriebskosten werden sich um voraussichtlich 90 Prozent des Umsatzwachstums und allgemeine Verwaltungskosten um 60 Prozent des Umsatzwachstums erhöhen.