Leichter Rückgang, schnelle Erholung IC Insights zu den Auswirkungen der Katastrophe in Japan

Das Erdbeben in Japan vom 11. März könnte laut IC Insights das weltweite GDP um einen halben Prozentpunkt von den ursprünglich prognostizierten 3,9 Prozent absenken und zu einer leichten Abkühlung der Halbleiter- und Elektronikmärkte führen. Es handele sich aber um keine lang anhaltenden Einflüsse, die Effekte seien begrenzt und der Markt sollte sich schnell erholen.

»Gehen wir von einem weltweiten Wachstum von 3,4 Prozent für 2011 aus (statt der von uns ursprünglich angenommenen 3,6 Prozent), dann fällt das weltweite GDP um 260 Mrd. Dollar. 2,2 Prozent davon entfallen auf elektronische Systeme, was einen Umsatzrückgang für diese Produkte um 5,7 Mrd. Dollar bedeutet.  Zieht man diese Zahl von den von dem Umsatz in Höhe von 1.348 Mrd. Dollar ab, den IC Insights ursprünglich prognostziert hatte, führt dies auf einen Wert von 1.342 Mrd. Dollar in diesem Jahr – was einem Wachstum von 8,5 Prozent gegenüber 2009 entsprechen würde«, erklären die Analysten von IC Insights in einer Analyse.

Allerdings seien die Zahlen diese eher optimistische Prognose nicht in Stein gemeißelt, unvorhergesehene Entwicklungen könnten das Bild ändern. So geht IC Insights davon aus, dass der Ölpreis bei 100 Dollar pro Barrel stabil bleibt. Die Analysten meinen aber, dass sich selbst im schlimmsten anzunehmenden Fall – größere Auswirkungen als erwartet auf die Lieferkette, höhere Ölpreise – den eigenen optimistischen Ausblick nicht stark beeinflussen könnten. Etwaige Umsatzrückgänge, die die Elektronikindustrie 2011 hinnehmen müsste, könnten 2012 zurück gewonnen werden.

Im Moment sei es noch zu früh, abschließende Schlüsse über die potenziellen Auswirkungen der Katastrophe zu ziehen. Viele der japanischen IC-Hersteller und Lieferanten von Rohmaterialien seien noch dabei, das Ausmaß der Schäden auf ihre Umsätze zu evaluieren.

Außerdem sind die psychologischen Effekte nicht zu vernachlässigen: Viele Firmen versuchen jetzt, ihre Lager möglichst schnell zu füllen, weil sie Lieferengpässe befürchten. Das könnte zu steigenden Preisen für die Komponenten führen und den OEMs die Margen kürzen, weil sie die Preissteigerungen kaum an die Endkunden weitergeben können. »Obwohl die großen DRAM- und Flash-Fabs von der Katastrophe kaum betroffen wurden, sind die Preise für Flash- und DRAM-Speicher auf den Spot-Märkten in wenigen Tagen um 20 Prozent gestiegen. Die Fertigung muss also gar nicht wirklich betroffen sein, um die Preise steigen zu lassen. Schon die Möglichkeit, dass es Auswirkungen auf die Lieferkette geben könnte, reicht dazu aus«, so IC Insight.