NXP Semiconductors i.MX8 ist (bald) da

NXP Semiconductors hat nach über dreieinhalb Jahren Entwicklung nun die ersten Prozessoren aus der i.MX8-Familie angekündigt, die auf der ARM v8-Architektur (32 Bit/64 Bit) basieren. Die neue Prozessorserie ist für Anwendungen gedacht, die eine hohe Graphik- und Rechenleistung benötigen.

NXP Semiconductors ist bereits aus heutiger Sicht mit seiner i.MX-Familie durchaus erfolgreich. Bis heute sind mehr als 250 Mio. i.MX-SoCs über den Ladentisch gegangen, über 65 Mio. davon sind seit 2007 in die Infotainent-Systeme von Fahrzeugen gewandert. Kyle Fox, Product Manager für i.MX8-Serie von NXP: »Dank i.MX sind wir die Nummer 1 unter den IC-Herstellern für eReader und die Nummer 1 unter den Herstellern von Infotainment-MPUs für das Fahrzeug.« Fox führt weiter aus, dass NXP mit i.MX Unternehmen wie Nvidia, Qualcomm und Intel weit hinter sich gelassen, im letzten Jahr konnte sogar Renesas überrundet werden.

Außerdem wächst der i.MX-Umsatz schneller als jeder Umsatz mit anderen Komponenten. Wie positioniert NXP die neue i.MX8-Serie im Verhältnis zu i.MX6 und i.MX7? Zum einen scheint ein ähnlicher Rollout wie bei der i.MX6-SoC-Serie geplant zu sein, bei der es bis heute neun Prozessoren gibt, auf der Roadmap ist aber noch ein zehnter erwähnt. Auch bei i.MX6 hatte NXP (damals noch Freescale) die Einführung der Serie mit drei Prozessoren begonnen und dann das Portfolio kontinuierlich ausgebaut. Im Vergleich zu i.MX6 bietet die i.MX8-Serie deutlich mehr Rechenleistung und auch ein paar Fähigkeiten, die die i.MX6-Prozessoren noch nicht hatten.

Die i.MX7-Serie wiederum wurde auf Energieeffizienz und möglichst geringe Kosten getrimmt. Übrigens: Laut Fox arbeitet NXP auch an einer i.MX 8M- und i.MX8X-Familie, die innerhalb der nächsten sechs Monate vorgestellt werden soll. Diese Familien ergänzen die i.MX8-Familie mit Produkten, die verschiedene Funktionen und Preispunkte aufweisen. So ist die i.MX8M-Familie für ausgeklügelte Audio- und Videofunktionen optimiert, die i.MX8X-Familie wiederum auf Energieeffizienz und geringe Materialkosten. i.MX8 ist für Anwendungen im Automotive-Markt, aber auch in industriellen Anwendungen sowie in Consumer-Applikationen geeignet. Denn die Motivation, die hinter der Entwicklung der i.MX8-Serie steht, gilt für alle Bereiche: »Die i.MX8-Serie ist die Reaktion auf einen Trend, den wir schon vor einigen Jahren erkannt haben. Die Leute wollen zur Kommunikation mit einem Gerät nicht mehr Maus und Tastatur nutzen, sondern lieber auf Spracherkennung und Gestenerkennung zurückgreifen und visualisierte Daten zur Übermittlung von Informationen nutzen.«

Genau darauf ist i.MX8 zugeschnitten. Die Prozessoren ermöglichen laut Fox eine vollkommen neue Art der Interaktion mit Geräten. Sie wurden von Grund auf neu designt und zeichnen sich dementsprechend durch zwei Merkmale aus: sehr gute Bild- und Audioverarbeitung, für letzteres hat NXP erstmals einen Tensilica-DSP-Core integriert. Dadurch kann Sprach-, Gesten- oder Gesichtserkennung einfach implementiert werden. Darüber hinaus genügen sie dank der Separierung der Software wichtigen Security-Anforderungen. »Und sie sind skalierbar. So wie bei i.MX6 die verschiedenen Prozessoren ausgetauscht werden können, ohne dass die Leiterplatte geändert werden muss, so funktioniert das auch bei i.MX8«, so Fox. Und laut seiner Aussage ist gerade die Skalierbarkeit eines der wichtigsten Pluspunkte für i.MX6. Bei i.MX8 geht NXP mit der Skalierbarkeit sogar noch einen Schritt weiter. So nutzt das Unternehmen in allen i.MX8-Prozessoren identisches IP, und zwar auf Subsystemebene nicht nur auf Core-Ebene. Dazu kommen dieselben Gehäuse und dieselben Treiber. Laut Fox können Software-Entwickler die Software, die sie für den leistungsfähigsten i.MX8-Prozessor entwickelt haben, vollkommen problemlos auch für den kleinsten i.MX8-Prozessor nutzen, weil sich die Hardware nicht ändert.