Sind die Lieferengpässe im Low-Frequency-Bereich bald Vergangenheit? Hersteller erhöhen die Produktionskapazitäten für LF-Taktgeber

Nandor Forgacs, Jauch Quarz: Ein Problem stellt aber nach wie vor die Verfügbarkeit von Keramik-Gehäusen dar. Ich hoffe aber, dass sich die Lage bis Ende des Jahres entspannt.«

Der Aufschwung hält die Quarz-Branche nach wie vor in Atem. Einige Hersteller nehmen schon gar keine Neukunden mehr an. Zum Vergleich: Noch vor zwei Monaten waren die von Markt & Technik befragten Hersteller durchweg skeptisch, ob der Aufschwung nachhaltig genug ist, um die Produktions-Kapazitäten zu erhöhen. Inzwischen gehen die Befragten aber davon aus, dass sich der Markt stabilisiert hat und reagieren mit Kapazitätserweiterungen.

Noch immer haben viele Hersteller Mühe, die kurzfristigen Aufträge der Kunden zu erfüllen. Hinzu kommt, dass auch Zulieferer der Quarz-Industrie die Kapazitäten gesenkt haben und der Keramik-Gehäuse-Lieferant NTK nur noch für den eigenen Bedarf produziert. Gute Nachrichten kommen dieser Tage von Epson Toyocom, einem der Marktführer für Quarz-basierte Frequenz-Produkte. »Wir haben uns für eine Kapazitätserhöhung für die strategischen Kernprodukte entschieden«, erklärt Quarz-Division Manager Stefan Hartmann. Diese werde laut Hartmann in den nächsten Monaten anlaufen und sollte damit die teilweise angespannte Liefersituation entschärfen. Der Grund für diese Entscheidung liegt nach Aussage von Hartmann darin, dass der Markt sich seit einigen Monaten nachhaltig erhole und man in einigen Bereichen an der Kapazitätsgrenze arbeite: Das derzeitige Bestell- und Lieferniveau liege deutlich über dem des letzten Jahres, bestätigt Hartmann. Bei einigen Bauteilen hat der Bedarf bereits Allzeithöchststände erreicht.»In Europa basiert die Erholung auf fast allen Marktsegmenten, weltweit massive Bedarfsmengen fordern derzeit vor allem die Bereiche »Mobiltelefon und Notebook«, so Hartmann.

Auch Jauch Quarz hat die Produktionskapazitäten so weit hochgefahren, dass der Bedarf der Kunden ausreichend gedeckt werden kann. Der Auftragsbestand von Jauch hat sich von Mai 2009 zu 2010 mehr als verdoppelt. »Im Absatz liegen wir nur noch 6 Prozent hinter 2008. Und die Aussichten für 2010 sind auch weiterhin sehr gut. Ein Problem stellt aber nach wie vor die Verfügbarkeit von Keramik-Gehäusen dar. Ich hoffe aber, dass sich die Lage bis Ende des Jahres entspannt«, ist Nandor Forgacs, Geschäftsführer von Jauch Quarz zuversichtlich. So hat zumindest ein Gehäuse-Lieferant laut Forgacs seine Kapazitäten in der ersten Hälfte dieses Jahres wieder entsprechend aufgebaut. »Der Rückstand sollte also bis Ende 2010 abgebaut sein, so dass die ganze Branche wieder aufatmen kann«, meint Forgacs.  Wenn wir den Zeitraum Januar bis Mai 2009 mit 2010 vergleichen, dann stellen wir fest, dass der Absatz um 40 Prozent gestiegen ist. Besonders bemerkenswert entwickelt sich für Jauch der Automobilbereich: »Wir konnten in diesem Jahr im Vergleich zu 2009 eine Steigerung von fast 60 Prozent verzeichnen«, freut sich der Firmen-Chef.