Texas Instruments Frischer Wind in Freising

Ausbau von TI.com

Können Sie ein konkretes Beispiel für solch eine Innovation beschreiben, die aus Freising heraus getrieben wurde?

Der Bereich Predictive Maintenance ist ein Beispiel. Wir haben Technologien entwickelt, die verhindern, dass Motoren oder Pumpen eine Störung aufweisen, bzw. dass die potenzielle Störung schon vor dem Auftreten erkannt werden kann. Dieses Wissen haben wir in einem Referenzdesign umgesetzt, das wir unseren Kunden zur Verfügung stellen. Darauf können sie aufbauen und damit ihre Entwicklungszeit deutlich verkürzen. Wir bauen natürlich keine Endprodukte, aber diese Referenz-Designs ermöglichen einen Schnellstart für den Kunden.

Und wie sieht es für Automotive aus, spielt hier Freising ebenfalls eine Rolle?

Wir haben hier in Freising sogenannte System-Teams, mit denen wir stark auf Endkundenapplikationen eingehen und versuchen, Kundenherausforderungen besser zu verstehen. Die weltweite Führung für das System-Team für Automotive sitzt beispielsweise in Freising. Dies ist für uns enorm hilfreich, nachdem Deutschland das Herz der Automobilindustrie ist. Letztendlich arbeiten wir auch immer in globalen Teams, die alle dazu beitragen, dass Entwicklungen umgesetzt werden.

TI hatte vor zwei, drei Jahren entschieden, alle Kunden selbst bedienen zu wollen. Die Distributoren waren darüber nur so halb glücklich. Hat sich das inzwischen eingespielt?

Ja. Unsere langjährigen Kundenbeziehungen haben gezeigt, dass die Kunden die enge technische Unterstützung durch TI schätzen. Für uns ist es wichtig, dass der Kunde für unsere Produkte den besten Support erhält. Und bislang erhalten wir sehr positives Feedback vom Markt. Außerdem ist es uns durch die Direktbetreuung möglich, dass wir nicht mehr über einzelne Produkte, sondern über ganze Systeme sprechen und dass wir viel früher in Innovationen eingebunden werden. All das erhöht das Systemwissen von TI, was wiederum weltweit allen Kunden einen Vorteil bietet.

Dass Großkunden direkt betreut werden, ist normal. Startups werden aber ja wohl auch bei TI über Online betreut, oder?

Sowohl als auch. Wir haben TI.com ausgebaut. Hier erhalten Kunden beispielsweise direkten Support über die E2E-Foren. Hinter diesen E2E-Foren sitzen unsere Experten, sodass die Kunden direkten Zugriff auf diese haben. Das sind die besten Leute unseres Unternehmens, also Spezialisten entweder auf der Produkt- oder auf der Applikationsseite. Andererseits stellen wir auf TI.com auch direkten Applikations- und Design-Support zur Verfügung, egal ob es komplette Blockdiagramme, Referenzdesigns oder auch Gerber-Dateien und Schematics sind, alles kann dort gefunden werden. Das heißt, hier kann sich der Kunde quasi selbst supporten.

Darüber hinaus haben wir aber auch dedizierte FAEs, die nur mit Startups arbeiten. Es gibt also keine Firmengröße, die entscheidend für den Kunden-Support ist. Wir wollen alle Kunden zufriedenstellen, alle direkt supporten können, sei es über Online oder direkt.

Wir haben auch schon mit Zweimann-Startups zusammengesessen, denn es ist unser Anspruch, solchen Unternehmen den gleichen Support zu bieten, den auch große Unternehmen genießen. Natürlich haben wir entsprechend in unseren Online-Support investiert und die Support-Struktur so ausgebaut, dass wir einen durchgängigen Support hinbekommen. Aber eben nicht nur. Und wie gesagt: das Kunden-Feedback, das wir erhalten, ist durchaus positiv. Also werden wir an dieser Richtung weiter festhalten.

Rich Templeton ist zurück, aber das wird ja nicht so bleiben.

So oder so: Unsere Strategie wird sich nicht ändern. Unser Fokus liegt auf Analog und Embedded Processing, sowie Industrie und Automotive. Denn unser Systemgedanke benötigt Analog und Embedded Processing. Unsere Kunden wollen nicht über einen Produkt-Socket sprechen, sondern über das System. Nur wenn das Zusammenspiel auf Systemebene funktioniert, dann hat der Kunde die Möglichkeit, sich mit seinem Produkt zu differenzieren. Unsere Marktschwerpunkte bleiben ebenfalls: Industrie und Automotive. Es wird sowohl auf der Markt- als auch auf der Produktseite keine Änderungen geben, hier investieren wir langfristig.