Jubiläum Freescale: 25 Jahre Achterbahnfahrt

1990 war das Gebäude fertig. Wer genau hinschaut, sieht auch das alte Motorola Logo
1990 war das Gebäude fertig. Wer genau hinschaut, sieht auch das alte Motorola Logo

Freescale Semiconductor hat Grund zum Feiern: vor 25 Jahren fand die Grundsteinlegung für die Münchner Niederlassung statt – damals allerdings noch als Motorola. Das Unternehmen hat in den 25 Jahren nicht nur eine bewegte Firmengeschichte durchlebt, auch technologisch hat sich Vieles grundlegend geändert.

»Die meisten Innovationen in der heutigen Zeit sind auf Halbleiter zurückzuführen. Das ändert aber nichts daran, dass die Halbleiterindustrie einer Achterbahn gleicht. Das muss man als Halbleiterunternehmen akzeptieren. Es ist sogar so, dass die Zyklen immer kürzer werden und die Spitzen ausgeprägter«, erklärt Jürgen Weyer, Vice President Automotive, EMEA und Geschäftsführer von Freescale Halbleiter Deutschland. Und weiter: »Der Halbleitermarkt von damals ist nicht mit dem heutigen zu vergleichen. Und nur ein Hersteller, der sich anpassen kann, wird erfolgreich sein.« Und Weyer weiß sicherlich wovon er spricht, denn für Freescale waren die letzten 25 Jahre sicherlich in jeder Hinsicht, sagen wir einmal, »auf alle Fälle kurzweilig«.

Und das Unternehmen hat Überlebensfähigkeit bewiesen. Als die Halbleitersparte damals vom Mutterkonzern Motorola als eigenes Unternehmen abgespaltet wurde, waren die ersten Schritte in der Selbständigkeit von Natur aus schwierig. Dazu gesellten sich aber noch Unwägbarkeiten wie der jähe Absturz des größten Kunden Motorolas im Handy-Bereich, das schuldenträchtige Blackstone-Techtelmechtel, den IPO im schwierigen Jahr 2011 in Kombination mit den Folgen des Tsunamis in Japan – irgendwie wurde alles irgendwie weggesteckt.

Der Münchner Standort hat in all diesen Jahren ebenfalls Anpassungsfähigkeit bewiesen, was sicherlich auch nicht immer einfach war. Denn in schwierigen Zeiten stehen Standorte wie der im Hochlohnland Deutschland sicherlich immer wieder unter besonderer Beobachtung. »Wir konnten aber immer beweisen, dass wir unsere Kosten mehr als rechtfertigen«, so Weyer weiter. Mittlerweile ist der Münchner Standort für Freescale »systemrelevant«, denn von hier aus werden die weltweiten Automotive-Aktivitäten getrieben, hier sitzen das RF/IF-Innovation-Center und das Software-Entwicklungszentrum.

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Freescale: 25 Jahre in München

Vor 25 Jahren wurde in München der Grundstein zur deutschen Freescale-Firmenzentrale gelegt.