Unwetter in Japan Firmen stellen Produktion ein – Straßen gesperrt

Ein Helikopter fliegt über ein überflutetes Wohngebiet in Kurashiki in der Präfektur Okayama. Bei den Unwettern in Japan sind über 100 Menschen ums Leben gekommen. Heftiger Regen hatte Straßen überflutet und Erdrutsche ausgelöst.
Ein Helikopter fliegt über ein überflutetes Wohngebiet in Kurashiki in der Präfektur Okayama. Bei den Unwettern in Japan sind über 100 Menschen ums Leben gekommen. Heftiger Regen hatte Straßen überflutet und Erdrutsche ausgelöst.

Die schlimmste Naturkatastrophe in Japan seit dem Erdbeben 2011 hat über 100 Tote gefordert. Auch Industrieproduktion und Lieferketten sind betroffen, Entspannung ist nicht in Sicht.

Die Nikkei Asian Review zitiert einen Hersteller elektronischer Komponenten mit den Worten, man habe sich vor allem auf Erdbeben vorbereitet, aber nicht auf flächendeckenden Regen und Überschwemmungen.  Tatsächlich sind die Gebäude in Japan mittlerweile recht sicher gegenüber Erdbeben, Fabriken und Läden aber auch vor Hochwasser zu schützen, wurde offenbar als weniger dringend betrachtet. Nach einer Regierungsstudie von 2017 hätten die meisten großen Firmen zwar Pläne ausgearbeitet, um die Produktion auch im Falle von Naturkatastrophen fortsetzen zu können, doch nur 30 Prozent hätten sich auf Überschwemmungen vorbereitet.

In den von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffenen Gebieten sind häufig Strom- und Wasserversorgung ausgefallen. Viele Industriebetriebe können nicht produzieren.  

Panasonic hat bereits am Montag die Produktion in einem Werk in der Präfektur Okayama eingestellt, in dem Video-Kameras gefertigt werden, nachdem der erste Stock überflutet wurde. Bis sie die Arbeit wieder aufnehmen kann, wird mindestens eine Woche vergehen.

Inzwischen sind 11 Abschnitte des Autobahnnetzes gesperrt, was sich bereits auf die Logistik auswirkt – also auch auf Gebiete, die von den Unwettern nicht betroffen sind. Mitsubishi Fuso Truck and Bus musste die Produktion im Hauptwerk in Kawasaki bereits wegen ausbleibender Zulieferungen einstellen.  Auch Mazda und Daihatsu können in ihren Werken in den betroffenen Gebieten nicht mehr fertigen, weil die zulieferteile ausbleiben.

Premierminister Abe hat eine Reise nach Belgien zur Unterzeichnung des Handelsabkommens mit der EU sowie nach Frankreich, Saudi Arabien und Ägypten abgesagt, um sich auf das Katastrophenmanagement zu konzentrieren und betroffene Gebiete zu besuchen.  

Das Unwetter in Japan hat bereits mehr als 112 Todesopfer gefordert, 80 Personen werden vermisst. Besonders stark betroffen ist der Süden, vor allem die Region Hiroshima. Auch im Westen, etwa in der Stadt Kurashiki, wurden Häuser und Autos von den Fluten weggespült. Zehntausende Menschen mussten in Notunterkünften flüchten. 70.000 Rettungskräfte sind im Einsatz.

Unterdessen nimmt der Taifun Maria weiter Kurs auf Japan, so dass sich die Situation nicht entspannen wird. Es werden im Süden starker Sturm und hohen Wellen erwartet.