Halbleitermarkt: KI treibt Nachfrage Europa darf den Anschluss nicht verpassen - Politik gefordert

Die Entwicklung des Halbleiterumsatzes zwischen 2016 und 2022 in die verschiedenen Produktsegmente unterteilt.
Die Entwicklung des Halbleiterumsatzes zwischen 2016 und 2022 in die verschiedenen Produktsegmente unterteilt.

In einer Studie (Opportunities for the global semiconductor market) von PricewaterhouseCoopers heißt es, dass der Halbleiterumsatz im Jahr 2022 auf 575 Mrd. Dollar steigen wird. Vor allem KI-Anwendungen lässt die Nachfrage nach Chips steigen.

Die globale Halbleiterindustrie soll nach ihrem zyklisch bedingten Umsatzrückgang in diesem Jahr schon nächstes Jahr wieder deutlich wachsen - davon ist zumindest die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) überzeugt. So prognostiziert PwC, dass die weltweiten Halbleiterumsätze im Jahr 2022 575 Mrd. Dollar betragen werden. Dies entspricht – ausgehend von den 481 Mrd. Dollar im Jahr 2018 – einem durchschnittlichen Jahreswachstum (CAGR) von 4,6 Prozent. Europa soll in diesem Zeitraum lediglich um 3,5 Prozent pro Jahr wachsen und damit hinter den USA und Asien liegen.

Speicher bleiben umsatzstärkstes Produktsegment

Die PwC-Studie differenziert das Branchenwachstum nach den Halbleitertypen »Memory«, »Microcomponent«, »OSD« (Optoelectronik, Sensoren und Diskrete Komponenten), »Analog« und »Logik«. Der Umsatz mit Speicherprodukten soll auch weiterhin den größten Anteil des Halbleiterumsatzes ausmachen. Die durch die massiven Samsung-Investitionen aufgebauten Überkapazitäten und dem dadurch bedingten Preisverfall von diesem Jahr, soll im nächsten Jahr im nächsten Jahr wieder ändern. Aus der Sicht der Experten sollen KI-Chips stark zum kommenden Wachstum beitragen. Wobei hier insbesondere die Nachfrage aus dem Automotive- und Industriemarkt kommen soll, die zwei Marktsegmente, die in den nächsten vier Jahren am stärksten wachsen sollen.

Automotive- und Industriemarkt wachsen am schnellsten

Die PwC-Analysten sind überzeugt, dass die Automobilindustrie die größte prozentuale Wachstumsrate für die Halbleiterindustrie aufweisen wird. Hier ist von 11,9 Prozent bis 2022 die Rede, also deutlich höher als das allgemeine CAGR von 4,6 Prozent. Das hohe CAGR ist der stärkeren Durchdringung von E- und Hybrid-Fahrzeugen geschuldet, aber auch dem Trend hin zu autonomen Fahren. Wobei gleichzeitig betont wird, dass die bereits hohe Halbleiternachfrage in traditionellen Fahrzeugen weiterhin bestehen bleiben wird. Der Industriemarkt ist der Bereich, der mit einem CAGR von 10,8 Prozent die zweithöchste Wachstumsrate aufweist. Hier soll der steigende Bedarf durch eine wachsende Nachfrage nach KI-Chips sowie durch einen hohen Bedarf an Security-Lösungen sowie einer starken Nachfrage im Healthcare-Sektor bedingt sein.

Der Kommunikationsmarkt hingegen soll nur um 2,2 Prozent pro Jahr wachsen. Hierfür sind vor allem drei Faktoren verantwortlich: Das Ersatzgeschäft im Smartphone-Bereich, die Einführung von 5G und das Wachstum in neuen Märkten. Das größte Wachstum in diesem Bereich wird aber den Wearables zugesprochen, hier gehen die PwC-Experten von 21,0 Prozent pro Jahr aus, allerdings liegt der Anteil am gesamten Kommunikationsmarkt bei lediglich 10 Prozent. Dagegen soll der Consumer-Markt noch ein CAGR von 6,0 Prozent aufweisen. 50 Prozent des Umsatzes in diesem Bereich soll bis 2022 auf Fernsehgeräten, Spielekonsolen und digitalen Settop-Boxen beruhen. Der Datenverarbeitungsmarkt soll mit einem CAGR von 2,1 Prozent zulegen, größtenteils durch die Umsätze im Server- und Speicherbereich getrieben. In diesem Jahr erwarten die Experten noch ein Minus in diesem Segment, aber auch hier sollen im nächsten Jahr die Zeichen wieder auf Wachstum stehen. In der Studie heißt es: »Obwohl wir davon ausgehen, dass der Markt für PCs bis 2022 um eine durchschnittliche jährliche Rate von 5,2 Prozent zurückgehen wird, wird dieser Rückgang durch das Wachstum im Bereich Internet der Dinge (IoT), maschinelles Lernen und andere Formen der KI in Servern und Rechenzentren ausgeglichen.«